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Was bringt der Karneval im Alltag?

Etwas salopp formuliert der Volksmund: "An Ostern und Pfingsten sind die Geschenke am geringsten." An den beiden großen Hochfesten, besonders an Weihnachten, neuerdings aber auch an Ostern brechen die Tische von der Last der Schokoladenfiguren und Geschenke fast zusammen.

Die Menschen haben weniger Hemmungen voreinander. Fremde

Menschen haken sich ineinander und schunkeln und singen zusammen. Etwas von dieser fröhlichen Unbefangenheit im Umgang miteinander sollten wir in unserem Alltag hinüberretten. Es würde unser Leben bestimmt froher machen.

Und etwas anderes ist typisch für den Fasching: Viele Menschen verkleiden sich und tragen eine Maske. Sie verbergen ihr wahres Gesicht vor den anderen.

Erst später wenn die Masken fallen, hat man in der frechen Hexe die Nachbarin von gegenüber erkannt. Wir tragen auch öfter eine Maske: die Maske des immer freundlichen Miteinanders, die Maske der rund um die Uhr hilfsbereiten Hausfrau und Mutter, die Maske des aufmerksamen Schülers, des geduldigen Kranken. Wir wagen oft nicht, unser wahres Gesicht und unsere echten Gefühle zu zeigen; wir spielen die Rolle, von der wir glauben, unsere Umgebung erwarte sie von uns.

Vielleicht können wir doch lernen, diese Maske von Zeit zu Zeit auch mal abzunehmen. Der Fasching lebt von dem Motto: "Humor ist, wenn man trotzdem lacht." Dieses Motto könnte uns auch in den Alltag begleiten. Sicher, es gibt vieles in unserer Zeit, worüber wir lieber weinen würden. Aber so real wie das Elend ist auch das Gute, sind Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, gelungene Friedensverhandlungen und glückliche Ehen.

Und deshalb dürfen wir trotz allen Elends auch lachen von Herzen froh sein.