ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:49 Uhr

Warum manches Gewürz bei jedem anders wirkt

Der Foodhunter und seine kulinarischen Schätze.
Der Foodhunter und seine kulinarischen Schätze. FOTO: Peter Becker
Burg. In die Burger Kräutermanufaktur hatte sich Spreewaldkoch Peter Franke einen besonderen Gast eingeladen: Karl Röske. Der als Foodhunter aus dem Fernsehen bekannte Koch- und Kräuterspezialist schöpfte aus seinem Erfahrungsschatz, der von seiner Großmutter auf Kreta ebenso stammt, wie von seinen Reisen in entlegenste Gebiete der Erde. Peter Becker

In den Spreewald hatte Karl Röske über 20 Pfeffersorten mitgebracht, deren Geruch den Ankömmling sogleich an einen orientalischen Gewürzbasar erinnerte. Die Teilnehmer des Kurses probierten unter Röskes Anleitung Pfefferkorn für Pfefferkorn - mit eindrucksvollen Erfahrungen. Der Madagaskarpfeffer beispielsweise wirkte erst eine halbe Minute nach der Einnahme, anfangs ist er fast geschmacksneutral.

Der Pfeffer und seine Verwendung - zu diesem Thema hätte Karl Röske stundenlang plaudern können. Fast überall auf der Welt wird er eingesetzt, er war Währung, Medizin und Luxusgut. Leider auch Anlass zu Kriegen und Raubzügen. "Wussten Sie, dass bei einer Burgunderhochzeit im Mittelalter 185 Kilogramm Pfeffer verbraucht wurden? Damals ein Zeichen von unermesslichem Reichtum", erzählte er seinen Zuhörern. "Der Begriff vom reichen Pfeffersack ist daher leicht verständlich", ergänzte Karl Röske seinen Ausflug in die Geschichte. Aber einen hatte er dann doch noch parat: "Haben Sie schon mal was vom Mönchspfeffer gehört? Der wirkt potenzhemmend bei Männern, den bekamen unter Karl dem Großen die Mönche zwecks Erleichterung des Zölibats verordnet. Bei Frauen, den Nonnen, bewirkte er das Gegenteil." Den Rest der Geschichte überließ er der Fantasie seiner Zuhörer. So bestens gelaunt und nach dem Ausprobieren der letzten Pfeffersorten (Karl Röske: "Beim Mönchspfeffer habe ich ein erstaunliches Geschlechterverhalten beobachtet.") ging es an das Zubereiten der Gerichte. Peter Franke hatte die alte Küchenmaschine im Doppelstubenhaus mit Holzscheiten auf Temperatur gebracht und das Fleisch vorbereitet. Die zweiseitige Speisekarte galt es nun abzuarbeiten: Ragout vom Reh mit Piment an Ishpingoblättern, dazu eine Creme Bruellee mit Guanabana. Gewürzrotwein und Erdbeerlimes, Artemissiaschnaps und Granachillamilch waren Beispiele aus der exotischen Getränkekarte. Da alles Kochen ohne gutes Öl undenkbar ist, hatte Karl Röske auch einige Flaschen Olivenöl im Gepäck - natürlich vom Omas Plantage auf Kreta mit den 500- bis 1000-jährigen Bäumen. Unter den Teilnehmern des Kurses war das Burger Hotelierpaar Clausing. "Ich wollte schon immer mal mehr über die Gewürze und besonders den Pfeffer erfahren", erzählte Christine Clausing. "Vielleicht können wir das Eine oder Andere in unsere Gastronomie übernehmen - am Abend werden wir klüger sein."