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| 17:39 Uhr

Umwelt
Rasenmahd als Kompromiss von Sicherheit und Ökologie

Der abgemähte Randstreifen in der Pappelallee nimmt Insekten die Nahrung, kritisiert ein Anwohner.
Der abgemähte Randstreifen in der Pappelallee nimmt Insekten die Nahrung, kritisiert ein Anwohner. FOTO: LR / Elsner
Cottbus. Eine prächtige Blumenwiese trennt in der Pappelallee die Fahrbahn vom Fuß- und Radweg. Wiesensalbei, Flockenblume und Hahnenfußgewächse bieten hier Insekten reichlich Futter. Die etwa 500 Meter lange Fläche sei „wie geschaffen für unsere Blütenbestäuber“, schreibt Hermann Schultka in einem Leserbrief an die RUNDSCHAU.

Eine prächtige Blumenwiese trennt in der Pappelallee die Fahrbahn vom Fuß- und Radweg. Wiesensalbei, Flockenblume und Hahnenfußgewächse bieten hier Insekten reichlich Futter. Die etwa 500 Meter lange Fläche sei „wie geschaffen für unsere Blütenbestäuber“, schreibt Hermann Schultka in einem Leserbrief an die RUNDSCHAU.

Doch etwas bereitet dem Cottbuser Gartenbaulehrer Sorgen. „An beiden Seiten, Fahrbahn und Fußgänger/Radweg wurde je ein ein Meter breiter Streifen abgemäht und das kurz vor der Blüte. So wurden viele Quadratmeter wertvoller Trachtpflanzen bewusst vernichtet. Ich vermisse jeglichen Sachverstand und Verantwortung für die Natur“, so Schultka weiter. Er selbst versuche gemeinsam mit vielen anderen Menschen, Kindern und Jugendlichen die Bedeutung solcher Flächen bewusst zu machen. „Wo sind die Praktiker in den Amtsstuben? Wer trägt die Verantwortung dafür?“, fragt der Gartenbaulehrer.

„Zum Erhalt der Artenvielfalt wird die Blumenwiese entlang der Pappelallee zweimal im Jahr gemäht“, heißt es in der von Rathaussprecher Jan Gloßmann übermittelten Antwort des zuständigen Fachbereichs Grün- und Verkehrsflächen. „Die Fläche befindet sich mitten in der Stadt. An ihr verläuft ein stark genutzter Weg, den sich Fußgänger und Radfahrer teilen müssen. Die Gräser und Stauden am Gehwegrand kippen im Verlauf des Frühjahrs bei entsprechender Größe in den Weg und behindern den Verkehr.“

Regen beschleunige diesen Vorgang noch. In den vergangenen Jahren seien bei nicht gemähtem Seitenstreifen Bürgerbeschwerden und Bitten zur Herstellung der Verkehrssicherheit im Rathaus eingegangen. „Die Mahd des Streifens“, so die Antwort aus dem Rathaus, „ist deshalb immer auch ein Kompromiss zwischen Sicherheit und der Ökologie.“

(uw)