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| 13:19 Uhr

Trockenheit in der Region
Warum der Regen einen Bogen um Cottbus macht

 Es muss ja nicht gleich sintflutartiger Regen sein wie hier in Berlin. Über ein bisschen Wasser würden sich Mensch und Natur in Cottbus aber freuen.
Es muss ja nicht gleich sintflutartiger Regen sein wie hier in Berlin. Über ein bisschen Wasser würden sich Mensch und Natur in Cottbus aber freuen. FOTO: dpa / Annette Riedl
Cottbus. Wolken türmen sich auf. Es blitzt und donnert - der erhoffte Regen in und um Cottbus aber bleibt aus. Warum ist das so? Von Peggy Kompalla

Die Cottbuser schauen seit Wochen sehnsüchtig gen Himmel, doch allen Prognosen zum Trotz sind in den vergangenen Wochen nur wenige Regentropfen am Boden angekommen.

Seit Wochen kein Regen in Cottbus

Wolfgang Kanter aus Schmellwitz sagt: „Ich bin ein eifriger Nutzer vom Regenradar. Aber die Regen- und Gewitterwolken können noch so groß und dunkelblau sein und sich auf Cottbus zu bewegen – es gibt keinen Regen in Cottbus. Wie kann das sein?“

Daran seien gleich mehrere Faktoren schuld, wie Dr. Frank Kreienkamp vom Deutschen Wetterdienst auf RUNDSCHAU-Nachfrage erklärt. Das liege zum einen an der Omega-Wetterlage, aber auch an der Lage der Lausitz im Allgemeinen. „Cottbus liegt wirklich weit weg vom Wasser“, sagt der Meteorologe und fügt an: „Und dabei meine ich den Atlantik.“

Omega-Wetterlage schickt Regen auf einen Umweg

Bei einer Omega-Wetterlage wird ein Hochdruckgebiet östlich und westlich von einem Tiefdruckgebiet flankiert. Das Gebilde ist ziemlich stabil und kann deshalb neben typischem Schönwetter eben auch zu einer ausgeprägter Trockenheit und Hitzewelle führen. Die Hochs und Tiefs kommen dabei kaum voran.

So war es der Fall vor gut einer Woche. Da lag das Hoch über Frankreich. Cottbus befand sich dazu in der Randlage. „Auf dem Weg vom Meer haben die Gewitterfronten ihre Kraft verloren und sind kurz vor Cottbus verhungert.“ Denn, das beobachteten die Meteorologen, die aktuellen Omega-Lagen seien deutlich ausgeprägter. Damit müssen die regenreichen Luftströme von West nach Ost größere Umwege nehmen, bis sie in der Lausitz ankommen.

Große Tagebauflächen in der Region haben keinen Einfluss

Dass die lang anhaltende Trockenheit auch durch die großen Tagebauflächen in der Region bedingt werde, kann der Potsdamer Meteorologe nicht bestätigen. „Für diese Theorie gibt es keine sinnvolle Begründung. Die Lausitz ist ganz einfach die Ecke von Deutschland mit der kontinentalsten Lage.“

Die lang anhaltende Hitze und Dürre in Deutschland des vergangenen Jahres sei ebenfalls durch eine Omega-Wetterlage verursacht worden.