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| 18:16 Uhr

Hitze in der Lausitz
Wann wird das Wasser knapp?

Das Sachsendorfer Wasserwerk ist das leistungsstärkste im LWG-Netz. Am Montag flossen von dort 1,3 Millionen Liter Trinkwasser pro Stunde ins Netz – eine rekordverdächtige Menge.
Das Sachsendorfer Wasserwerk ist das leistungsstärkste im LWG-Netz. Am Montag flossen von dort 1,3 Millionen Liter Trinkwasser pro Stunde ins Netz – eine rekordverdächtige Menge. FOTO: Ulrich Mertens / ULRICH MERTENS
Cottbus. Rekordverdächtig viel Trinkwasser speist die LWG gerade ins Netz. Da ist genug, das allerdings kann braun sein. Von Daniel Schauff

Es ist heiß, es bleibt heiß. Die Lausitzer Wasser GmbH (LWG) hat am Dienstag einen Rekord vermeldet: 28 Millionen Liter Wasser sind am Tag zuvor von den Wasserwerken in die Haushalte geflossen. Seit über fünf Jahren, sagt Jonas Krause, Technischer Leiter bei der LWG, habe es keinen so großen Wert mehr gegeben. Im Schnitt liege die tägliche Einspeisung bei rund 18 Millionen Litern.

Krause beruhigt: Es sei ausreichend Wasser für alle da. Die Wasserwerke seien für weit größere Spitzenabnahmen gerüstet. Bei 35 Millionen Litern pro Tag ist allerdings Schluss. An der Grenze haben die LWG-Kunden bereits einmal gekratzt: Im heißen Sommer 2010 lag die Einspeisung laut Marina Röwer bei 30 Millionen Litern am Tag. Also doch Grund zur Sorge? „Im Bedarfsfall können wir darüber hinaus noch 22 Millionen Liter Trinkwasser aus mehreren Speichern zusätzlich einspeisen“, sagt die Sprecherin der LWG.

18 Millionen Liter pro Tag, 28 Millionen seit Montag – wo geht das ganze Wasser hin? Die LWG versorgt eigenen Angaben zufolge rund 70 000 Haushalte in Cottbus, Drebkau, Kolkwitz, Neuhausen, in Teilen der Ämter Lieberose/Oberspreewald, Schenkenländchen und Altdöbern und in der Gemeinde Märkische Heide mit Wasser – insgesamt 127 360 Menschen.

Damit liegt die durchschnittliche Trinkwassermenge pro Mensch bei knapp 140 Litern – Deutschlandschnitt. Während der Hitzeperiode verbraucht ein Lausitzer demnach rund 215 Liter Trinkwasser pro Tag fürs Duschen, Gießen, Trinken, Kochen, Händewaschen, Spülen, für die Wäsche, ...

Sieben Wasserwerke unterhält die LWG dafür – zwei in Cottbus (Sachsendorf und Fehrower Weg), eins in Eichow, eins in Byhleguhre, eins in Sacrow-Waldow, eins in Halbe und eins in Teupitz. Das leistungsstärkste, sagt Marina Röwer, ist das Werk Cottbus-Sachsendorf. Am Rekordtag Montag flossen zur Feierabend­zeit zwischen 18 und 21 Uhr laut LWG 1,3 Millionen Liter Wasser pro Stunde ins Cottbuser Trinkwassernetz.

Alles gut also mit dem Lausitzer Wasser? LR-Leserin Angiola König sendet Fotos von Wasserentnahmen an ihrem Hausanschluss in Cottbus-Merzdorf. Statt klarem Wasser zeigt das Bild eine tiefbraune Brühe. „Ja, solche Trübungen sind in Extremfällen möglich“, sagt Marina Röwer. Eklig, nicht aber gesundheitsegefährdend – der LWG zufolge führen die besonders hohen Fließgeschwindigkeiten des Wassers bei extrem hoher Wasserentnahme zu Turbulenzen im Netz. Die Folge: Eisen- und Manganverbindungen werden aufgewirbelt und färben das Wasser trübbraun. Ein geeigneter rückspülbarer Filter in der Hausinstallation allerdings würden Eisen- und Manganverbindungen zurückhalten. Doppelt so schnell wie an Durchschnittstagen schieße das Wasser derzeit durch die Leitungen, sagt Jonas Krause. Die Turbulenzen im Netz werden größer, die Trübungen stärker. Die Eisen- und Manganverbindungen könnten Hausfilter verstopfen. Die Folge: Druckverlust. „Der Kunde sollte im ersten Schritt seinen Hauswasserfilter prüfen und gegebenenfalls rückspülen“, sagt Marina Röwer. Bleibe das Problem, solle er der LWG rufen (stoerungen@lwgnet.de, Telefon 0355 3500). Die sei derzeit mit allen verfügbaren Einsatzkräften im Versorgungsgebiet unterwegs.

Angiola König zeigt ihr getrübtes Trinkwasser. In Extremfällen sei das möglich, sagt die LWG.
Angiola König zeigt ihr getrübtes Trinkwasser. In Extremfällen sei das möglich, sagt die LWG. FOTO: Angiola König
Harald Lehmann (li.) und Azubi Toni Täuber in der Schaltwarte des Wasserwerkes Cottbus-Sachsendorf.
Harald Lehmann (li.) und Azubi Toni Täuber in der Schaltwarte des Wasserwerkes Cottbus-Sachsendorf. FOTO: LWG