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Wanderungen mal kulinarisch

Zur Wanderung durch das Naturschutzgebiet Putgolla hatte die Fachgruppe Wandern und Touristik des Brandenburgischen Kulturbundes geladen. Das war gleichzeitig eine gute Gelegenheit, um einige interessante Einblicke in die Vereinsarbeit zu erhalten. Von Christian Kättlitz

Ein relativ nahes Ziel hatten sie sich diesmal ausgesucht, die Wanderfreunde aus Cottbus und Umgebung. Sechs Kilometer sollte die Wanderung vom Kolkwitzer Forsthaus durch das Naturschutzgebiet Putgolla führen. Dabei sollten die Besucher aufgeklärt werden über Baumbestand, Geschichte und Pflege der Wald- und Wiesenlandschaft. Ebenso wurde der jetzt in den Ferien leider wieder zunehmende Vandalismus angesprochen.
Getreu ihrer Tradition trafen sich die zahlreich erschienenen Wanderfreunde aber zunächst einmal zu einem gemeinsamen Kaffeekränzchen im Garten des Forsthauses. Karla Fröhlich vom Naturschutzverein Kolkwitz, die eigentlich die Führung durch das Naturschutzgebiet leiten sollte, musste sich für die erste Stunde des langen Nachmittags als Kaffeeholerin betätigen. „Eigentlich gibt es bei uns kaum eine Wanderung ohne Essen“ , erläuterte Manfred Schneider, Leiter der Wandergruppe. „Wenn das Wetter mitspielt, sind wir immer bemüht, auch mal etwas Gemütlichkeit in das Ganze reinzubringen. Schließlich ist es auch unser Anliegen, die Leute aus ihren Stuben zu locken, ihnen Kontakt zu anderen Menschen zu vermitteln.“
Das Konzept scheint aufzugehen, hatten sich doch an diesem Nachmittag insgesamt 37 Gruppenmitglieder und „Mitläufer“ eingefunden, um an dem Kaffee, der Wanderung und dem anschließenden Würstchengrillen am Lagerfeuer teilzunehmen. Einige davon können vom Wandern gar nicht genug bekommen, machten sie sich doch von Cottbus aus zu Fuß auf in das abgelegene Forsthaus.
Die hohe Teilnehmerzahl freute Manfred Schneider besonders. „Schließlich haben wir nur 29 Mitglieder in der Wandergruppe. Das ist heute schon ein kleiner Rekord.“
Die Begehung des Naturlehrpfades in Putgolla ist im Vergleich zu den ausgedehnten Touren, die die Lausitzer Wanderfreunde ansonsten unternehmen, natürlich nur ein „Klacks“ . Bis in das norddeutsche Wattenmeer, nach Tschechien, die Sächsische Schweiz oder Ungarn hat es die vornehmlich weiblichen Ausflügler schon verschlagen. „Wir führen diese Wanderungen im Schnitt einmal im Monat durch, jetzt im Juli sogar fast wöchentlich. Unter anderem zur IGA in Rostock oder in den neuen Europagarten auf der Insel Ziegenwerder“ , beschrieb Manfred Schneider den dicht gedrängten Terminplan. „Leider wurden uns in diesem Jahr die Fördermittel vom Land gestrichen, so dass wir mit unseren Finanzen vorsichtiger haushalten müssen.“ Die Gesellschaft für Naturschutz und Landesforschung Brandenburg, welche die Gelder für Schneider und seine Gruppe gewöhnlich zahlte, stellte den Geldfluss aus wirtschaftlichen Gründen ein.
„Die Ausflüge sind immer eine schöne Kombination aus Wandern und dem Besuch von Sehenswürdigkeiten“ , fand Marion Ersil (56), die mit einer Bekannten zum Forsthaus gekommen ist. „Bei mehr als acht Kilometern mache ich allerdings schlapp“ , winkte sie, angesprochen auf ihre bisherigen Touren, lächelnd ab. Man kann es halt nicht allen recht machen. Zum Glück gibt es zwischendurch immer mal kleine Stärkungen. So führt eine der nächsten Touren zum Lebkuchentag ins sächsische Pulsnitz.

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