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| 01:09 Uhr

Walter Wagner

Heute vor 35 Jahren, am 25. Februar 1970, starb in Cottbus der Ehrenbürger Walter Wagner. Der Sohn eines Tischlers aus Landsberg/Warthe, Jahrgang 1898, erlernte das Friseurhandwerk und war als Holz- und Bergarbeiter tätig. Foto: pr

1914 trat er der SPD bei, wurde 1917 als Soldat wegen „Verächtlichmachung des Krieges und der Vorgesetzten“ zu vier Wochen schwerem Kerker verurteilt. 1919 wurde er Mitglied der KPD und war 1920 führend an der militärischen Abwehr des Kapp-Putsches im Cottbuser Umland beteiligt. 1928 wurde er als Stadtverordneter ins Cottbuser Parlament gewählt. Angeklagt des Hochverrats 1934 wegen der Herstellung und Verbreitung einer hektografierten Zeitung, die den faschistischen Terror anprangerte, wurde er zu drei Jahren Zuchthaus (in Brandenburg-Görden) verurteilt. Danach schlug er sich mit Hilfsarbeiten im Gaswerk und bei Edeka Cottbus durch. 1939 wurde er erneut verhaftet und ins KZ Sachsenhausen verschleppt. Nach der Befreiung nach Cottbus zurückgekehrt, wurde er vom sowjetischen Militärkommandanten im Mai 1945 zum Stadtrat für das Verwaltungswesen ernannt. Nur sechs Wochen später wurde er wegen der Duldung von Nazis in der Verwaltung abgesetzt und nach Hoyerswerda abgeschoben. Er wirkte später in Berlin in verschiedenen Verwaltungsfunktionen des Handels. 1958 kehrte er nach Cottbus zurück, um als Instrukteur zur Erforschung der örtlichen Arbeiterbewegung zu arbeiten. 1965 erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt. (hhk)