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| 02:34 Uhr

Waldorfschüler zeigen ihre Kunst in der Stadt

Die Projektgruppe der Zwölftklässler gibt schon mal einen Vorgeschmack auf den "Rundgang 12".
Die Projektgruppe der Zwölftklässler gibt schon mal einen Vorgeschmack auf den "Rundgang 12". FOTO: Elsner
Cottbus. Mit ihrer Kunstaktion "Rundgang 12" zeigen die Schüler der 12. Klasse der Freien Waldorfschule Cottbus in verschiedenen Kunstgattungen ihre Sicht auf die Welt. Das Spektrum reicht von Fotografie über Malerei und Musik bis zu Collagen und Videoinstallationen. Die Präsentation erfolgt mitten in der Stadt. Gäste sind willkommen. Ulrike Elsner

Wer authentische Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt von 18-Jährigen gewinnen möchte, sollte sich den 24. Juni vormerken. Die Zwölftklässler der Waldorfschule zeigen die Ergebnisse eines Kunstprojekts, das sie über ein ganzes Schuljahr beschäftigt hat. Die Aktion beginnt um 17 Uhr in der Waldorfschule und endet voraussichtlich in den frühen Morgenstunden im Club "Scandale".

Kunstlehrer Bledar Mastori erklärt "Rundgang 12" so: "Jeder Schüler ist eine Persönlichkeit für sich. So entstand das Konzept von Nischen, wo jeder für sich authentisch ist. Die Nischen in ihrer Gesamtheit wiederum ergeben dann eine neue Form von Gemeinsamkeit." Auch für ihn sei es spannend gewesen, wie sich die Schüler selbst verwirklichen. Im Arbeitsprozess hat der Lehrer den Mädchen und Jungen freie Hand gelassen. Hendrik Pigola (18) formuliert es so: "Als Lehrer tritt Herr Mastori nur auf, wenn etwas in Verzug zu geraten droht."

Ziel sei nie gewesen, Künstler heranzubilden, betont der Pressesprecher der Waldorfschule Jörg Tudyka. Vielmehr gehe es um Persönlichkeitsentwicklung. Und so will aus der Projektgruppe, die sich zur Vorstellung der Aktion in der Schule versammelt hat, nur einer Künstler werden, Musiker nämlich. Die anderen wollen Chemie oder ein technisches Fach studieren, eine Tischlerlehre machen, Journalistin oder Englisch- und Musiklehrer werden.

All die spezifischen Interessen spiegeln sich in den Arbeiten, die Ergebnisse bieten oftmals überraschend Neues. Für Karl Mann bedeutet die Beschäftigung mit der vom Mathematiker Benoit Mandelbrot entwickelten fraktalen Geometrie, "sich in die Unendlichkeit zu zoomen auf der Suche nach der schönen Form".

Simon Roskos hat in seiner Porträtfotografie verschiedene Zustände wie Bedächtigkeit, Stärke oder Schwäche festgehalten. Und Ludwig Rademann hat sich von der Chicagoer Skyline zu einem beeindruckenden Stadtbild inspirieren lassen.

Hendrik Pigola, der einen musikalischen Beitrag auf der Gitarre leistet, begrüßt es, dass der Kunstlehrer ihnen diese Freiheit gibt: "Das Schuljahr ist ausreichend voll von Regeln. Das ist anstrengend genug", sagt er.

Nils Burkert möchte mit der Videoinstallation "How to waste your time" eine Lanze für die Jugendkultur brechen. Er sagt: "Wer meint, die Jugend verschwende ihre Zeit, beachtet nicht, was wir sonst noch tun."

So dürfte der "Rundgang 12" auch dazu beitragen, das Verständnis der Generationen füreinander zu stärken und Vorurteile abzubauen.

Das sind die einzelnen Stationen:

17 Uhr Waldorf-Schule, Leipziger Straße 14: Manja Rostek mit Pferdebildern aus zwölf Jahren,

18.30 Uhr Chill Out Lichtlounge, Spremberger Straße: Ina Engelke und Emily Schmidt mit inszenierten Fotos, Julius Rublack spielt klassische und moderne Werke auf dem E-Piano,

19.30 Uhr Galerie "Fango", Amalienstraße 10: Ludwig Rademann und Billy Hoffmann mit "Stadtlandschaften", Christoph Schütze und Karl Mann mit fraktaler Geometrie, Manja Rostek und Lowis Knospe mit inszenierten Porträts, Simon Roskos mit Fotografie sowie Hendrik Pigola und Alice Almada an der Gitarre

21.30 Uhr Wohnung Bahnhofstraße 56a: Nele Eitner mit Fotografie, Sara Wolkers mit Bildern & Zeichnungen zum Thema "Beat Generation",

22.30 Uhr Garten und Club "Scandale", Karl-Liebknecht-Straße 20: Justus Fischer, Nils Burkert und Bennet Konzack mit Videoinstallationen "How to waste your time",

24 Uhr Club "Scandale": Videoinstallationen.