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| 07:21 Uhr

Wahlkampf in Cottbus
Cottbuser Initiativen feiern als Signal gegen Auftritt von Björn Höcke

 Das bunte Bühnenprogramm, die Mitmachangebote und die entspannte Atmosphäre lockten noch einmal deutlich mehr Besucher an als beim ersten Familienfest im Puschkinpark.
Das bunte Bühnenprogramm, die Mitmachangebote und die entspannte Atmosphäre lockten noch einmal deutlich mehr Besucher an als beim ersten Familienfest im Puschkinpark. FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. Über 800 Besucher im Puschkinpark setzen ein Zeichen gegen Rechts. Ihr „Platzverweis Höcke“ richtet sich gegen eine Wahlkampfveranstaltung der Jungen Alternativen. Dort lobt Björn Höcke die „Hauptstadt der Mutbürger“.

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen kommt Thüringens AfD-Chef Björn Höcke nach Cottbus, zum zweiten Mal organisiert ein breites Bündnis aus Privatleuten und Initiativen ein Familienfest im Puschkinpark. „Platzverweis Höcke“ ist das Motto. „Wir wollen zeigen, dass Cottbus eine friedliche, bunte Stadt ist“, sagt Mit-Organisatorin Barbara Domke.

Buntes Programm mit Musik, Geschichten und Feuerwehr

FOTO: LR / Hilscher Andrea

Und bunt geht es tatsächlich zu. Auf der Bühne wechseln sich der sorbische Liederpoet Pittkunnings, der Bläserchor der Klosterkirchgemeinde und die Band „Träumer und Menschen“, mit Autoren der Lesebühne ab. Freiwillige Helfer haben mehrere Dutzend Kuchen gebacken, die kostenlos verteilt werden. Die LWG schenkt Wasser aus, die Freiwillige Feuerwehr Sandow erklärt ihre Löschtechnik. „Wir sind heute mit sechs Kameraden vor Ort“, sagt Feuerwehrmann Jonathan Kaschula. „Ein schöner Anlass, um sich zu präsentieren.“

FOTO: LR / Hilscher Andrea

Die Stadt in einem positiven Licht zu zeigen

Der Cottbuser Postkutscher flaniert entspannt durch die Menge, die hiesigen Landtagsabgeordneten plaudern parteiübergreifend miteinander, Finanzdezernent Markus Niggemann schiebt einen Kinderwagen über den Platz. Marita Tschernke ist ebenfalls mit ihren Kindern gekommen. „Sie haben wunderschöne Blumenkränze gebunden und toben sich jetzt auf der Hüpfburg aus“, erzählt die Cottbuserin. Sie selbst nutze die Chance, die Stadt in einem positiven Licht zu zeigen. „Es ist ein tolles Fest“, sagt sie. Schade sei nur, dass – anders als beim ersten „Platzverweis“ – zahlreiche Parteien den Puschkinpark für ihre Wahlwerbung nutzen.

FOTO: LR / Hilscher Andrea

Höcke lobt „Hauptstadt der Mutbürger“

Während im Park über 800 Menschen feiern, sammeln sich auf dem Stadthallenvorplatz die Anhänger der AfD – nach Schätzungen unabhängiger Beobachter rund 400 Menschen, deutlich weniger als beim ersten Auftritt von Björn Höcke vor drei Wochen. Er nennt Cottbus die „Hauptstadt der Mutbürger“, warnt vor angeblich geschönten Kriminalstatistiken und kündigt an, im Falle eines Wahlsieges werde die AfD sämtliche Gelder für Projekte streichen, die sich gegen Rechtsextremismus wenden. Sein Parteifreund Andreas Kalbitz, Spitzenkandidat in Brandenburg, lobt Cottbus als AfD-Stadt. „Es ist ein gutes Gefühl, unter sich zu sein. Hier muss man nicht aufpassen, was man sagt.“

Vor allem Ältere Cottbuser bei Jungen Alternativen

Zum Wahlkampfauftakt der Jungen Alternativen waren hauptsächlich ältere Cottbuser gekommen. Angehörige der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Identitären Bewegung waren ebenfalls vor Ort.

(hil)