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| 17:42 Uhr

Nach dem Feuer
Die Rückkehr der Parkwächter

Der entstandene Schaden auf der Seepyramide im Branitzer Park ist nicht zu beziffern. In jedem Fall wurde durch das Feuer nicht nur ein Kulturdenkmal in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch das Grab von Fürst Pückler und seiner Lucie geschändet.
Der entstandene Schaden auf der Seepyramide im Branitzer Park ist nicht zu beziffern. In jedem Fall wurde durch das Feuer nicht nur ein Kulturdenkmal in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch das Grab von Fürst Pückler und seiner Lucie geschändet. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Historisches Sicherheitskonzept soll nach Brandanschlag wiederbelebt werden. Von Peggy Kompalla

Die Pyramide brennt schon lange. Zumindest auf dem Logo des Glad-Houses. Dass dieses Bild jemals Wirklichkeit werden würde, konnte sich wohl kaum jemand vorstellen. Freitagabend ist es geschehen. Da stand die Seepyramide im Branitzer Park lichterloh in Flammen. Nun ragt das kunsthistorische Denkmal und Grabmal kohlrabenschwarz aus dem Wasser. Der entstandene Schaden ist nicht zu beziffern. Das sagt Claudius Wecke. Der Parkleiter ist auch drei Tage nach dem Vorfall noch immer fassungslos. Der Brandanschlag soll Konsequenzen haben.

Mit Blick auf die angekokelte Pyramide sagt der Parkleiter: „Ich habe die Hoffnung, dass die Wurzeln des Weins durch das Erdreich so gut vor der Hitze des Feuers geschützt waren, dass sie keinen Schaden genommen haben.“ Ob dem wirklich so ist, werde sich allerdings erst mit den ersten Trieben im Frühjahr zeigen. Die Seepyramide war erst vor drei Jahren für 400 000 Euro saniert worden. Dabei kamen auch 1800 Pflanzen wilden Weins in den Boden, die eigens aus Originalpflanzen aus der Pücklerzeit geklont worden waren. „Wenn der Wein nicht austreiben sollte, könnten wir nicht schnell für Ersatz sorgen“, ergänzt Wecke. Bei der Hoyerswerdaer Baumschule Kmetsch seien nur noch wenige Pflanzen vorhanden. „In jedem Fall wird der Tumulus bis auf Weiteres ein trauriges und erschreckendes Bild abgeben.“

Für den Parkleiter und die Verantwortlichen der zum Jahreswechsel neu gegründeten Landesstiftung Park und Schloss Branitz muss dieser Vorfall Konsequenzen haben. In den nächsten Wochen wird von der Stiftung ein Sicherheitskonzept für das Parkensemble erarbeitet, wie Claudius Wecke berichtet. „Teil davon wird auch eine Parkwacht sein, die auf Streife gehen.“ Parkwächter habe es zu Pücklers Zeiten bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges und dann von 1953 bis 1990 gegeben. „Zur Wende ist der letzte Parkwächter in den Ruhestand gegangen. Der letzte Schäferhund starb 1991“, erzählt Wecke. Die Wächter-Stellen wurden später umgewandelt.

Das Feuer auf der Seepyramide sei nur der Gipfel einer ganzen Reihe von Vandalismusvorfällen, mit denen der Park seit geraumer Zeit zu kämpfen habe. So würden regelmäßig Pflanzen gestohlen, aber auch Bänke verschwinden immer wieder. Das Kruzifix auf dem Heiligen Berg wurde einst von Metalldieben abmontiert und musste ersetzt werden. Das gusseiserne Parkeingangsschild an der Parkschmiede wurde erst vor Kurzem umgetreten. „Diese Taten ereignen sich alle außerhalb unserer Geschäftszeiten“, sagt Claudius Wecke. „Das Ordnungsamt hat nur begrenzte Kapazitäten.“ Zumindest die Polizei wird nach Auskunft von Ordnungsdezernent Thomas Bergner (CDU) in den Abendstunden den Park kontrollieren. „Das geschieht aber nur vorübergehend, so lange wie das Eis trägt.“

Branitzer Seepyramide steht in Flammen FOTO: Michael Helbig

Parkleiter Wecke will in puncto Sicherheit noch weiter gehen. „Wir sollten auch eine Umzäunung in Betracht ziehen.“ Derzeit ist der Park rund um die Uhr frei zugänglich. „Das wäre eine größere Investition“, sagt Claudius Wecke. „Aber in Kombination mit den Parkwächtern wäre das ein guter Schutz.“ Zumal in anderen bedeuten Parkanlagen Zaun und Tor üblich seien. Ein Zaun wäre die beste Abwehr gegen tierische Vandalen. „Seit zwei Jahren haben wir massive Probleme mit Wildschweinen, die von der Forster Straße in den Park eindringen und großen Schaden anrichten.“