Die Stadt Drebkau hat den Betrieb des Steinitzhofs übernommen und sucht nach Möglichkeiten, das Projekt fortzuführen.

Die Gemengelage, die sich über Steinitz zusammengebraut hat, sorgt für Turbulenzen und ist nicht leicht zu durchschauen. Offen zutage getreten ist sie im Frühsommer 2013, als die Stadt dem Interimsbetreiber den Mietvertrag für den Steinitzhof kündigte und selbst als Betreiber einsprang, um geplante Veranstaltungen abzusichern und den Hof am Laufen zu halten.

Mit im Boot bei dem Steinitzer Projekt sitzt die Interessengemeinschaft sozial-kulturelles Integrationsprojekt Steinitzhof (IG), die sich zu dessen Eröffnung 2011 gegründet hat. Ihr gehören Vereine und Gruppen an, die in ehrenamtlicher Arbeit in die Projekte des Steinitzhofs eingebunden sind oder die Räume nutzen. Darunter sind zum Beispiel der Dorfclub Steinitzer Alpen, die Steinitzer Ortswehr oder der Bergmannsverein. Kürzlich saßen Vertreter der IG bei einem Krisengespräch mit der Stadtverwaltung und Mitgliedern des Stadtparlaments am Runden Tisch. Nachdem es im jüngsten Hauptausschuss zu größeren Unstimmigkeiten gekommen war, bemühte sich eine Mediatorin bei dem Treffen in Stei nitz um einen sachlichen Austausch zwischen Stadt und IG.

Nachdem die Beteiligten ihre Positionen verdeutlich hatte, kamen die Gesprächspartner auf den gemeinsamen Nenner, dass es oberstes Ziel sein müsse, den Steinitzhof als gute Adresse für Tourismus und Integrationsprojekte zu erhalten, damit Veranstaltungen wie der Bergmannstag oder die Mountainbiker- und Radlertage weiter in Steinitz stattfinden können. Deshalb gelte es so bald als möglich, einen geeigneten Betreiber für den Steinitzhof zu finden, der die Entwicklung des Hofes weiter vorantreiben kann. Bis dies erreicht ist, wollen IG und Verwaltung im engen Kontakt bleiben. Die Finanzierung wird vorläufig durch eine Kompensationsvereinbarung mit Vattenfall abgesichert. Das Bergbauunternehmen unterstützt die Stadt mit 70 000 Euro. Mit dem Geld soll der Betrieb bis Ende 2013 am Laufen gehalten werden. Für die Zeit danach hofft Drebkau als vom Tagebau randbetroffene Kommune auf weitere Vattenfallmittel, die unter anderem nach Steinitz fließen sollen.

Die Frage, warum es überhaupt zu dem Betreiberwechsel kam, wurde am Runden Tisch ausgespart. Dass der bisherige Projektmanager als Interimsbetreiber abgelöst wurde, kam für viele überraschend. Dieser hatte viel für Steinitz bewegt, laut IG war an seiner Arbeit kaum etwas auszusetzen. Dass die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Unternehmen Vattenfall, das ihn als Projektmanager beauftragt hatte, im Einvernehmen zu Ende ging, bestreitet er. Vielmehr macht er das Bergbauunternehmen für hohe finanzielle Verluste verantwortlich, da er im Vertrauen auf Vattenfall aus eigener Tasche viel Geld in Steinitz investiert habe. Sein Recht will der Interimsbetreiber vor Gericht einklagen. Und auch gegen die Stadt Drebkau richtet er eine Forderung von knapp 100 000 Euro, weil er den Stei nitzhof seit Ende 2011 zwar ohne Auftrag, aber gemäß einem mit der Stadt abgestimmten Nutzungskonzept betrieben habe.