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| 15:26 Uhr

Cottbus
Vorwurf gegen Wachschutz in Flüchtlingsunterkunft

Es gibt Vorwürfe gegen den Wachschutz in einer Flüchtlingsunterkunft in Cottbus (Symbolfoto).
Es gibt Vorwürfe gegen den Wachschutz in einer Flüchtlingsunterkunft in Cottbus (Symbolfoto). FOTO: Fotolia
Cottbus. Am Neujahrsmorgen sind in Cottbus offenbar drei Flüchtlinge im Eingang ihrer Unterkunft von Deutschen angegriffen worden. Sie erheben schwere Vorwürfe gegen Wachschutzleute, die das Quartier absichern sollen. Deren Firma weist das zurück.

Für drei Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Cottbus begann der Neujahrstag dramatisch. Der Staatsschutz ermittelt gegen mehrere unbekannte Personen, welche die Afghanen im Eingangsbereich ihrer Unterkunft in den frühen Morgenstunden des ersten Januars angegriffen und einen von ihnen erheblich verletzt haben sollen. Die Polizei war um 2.10 Uhr vom Wachschutz der Unterkunft alarmiert worden und war wenige Minuten später vor Ort. Die Angreifer, so die Polizei, hatten zunächst am Eingang geklingelt. Als nach Betätigen des Türsummers niemand eintrat, sei ein Wachmann zur Tür gegangen und habe sie geöffnet, um zu sehen, wer da klingelt. Dabei sollen vier Männer und zwei Frauen an ihm vorbeigestürmt und auf die Flüchtlinge losgegangen sein.

Öffentlich wurde der Zwischenfall durch die Initiative „Cottbus schaut hin“. Sie hatte mit den Flüchtlingen gesprochen. Nach Angaben der Initiative werfen die Afghanen den Wachleuten vor, die Angreifer bewusst ins Haus gelassen, nur zögerlich die Polizei alarmiert und den Schlägern die Flucht ermöglicht zu haben. Der Wachschutz wird von der Distelkam Dienstleistungsgruppe aus Chemnitz gestellt. Firmenchef Kai Distelkam weist die Vorwürfe gegen seine Mitarbeiter in Cottbus zurück. In dem Wohnverbund, in dem nicht nur Flüchtlinge lebten, hätten die Wachmänner sechs Personen mit Nachdruck des Hauses verwiesen. Nach dem Hinweis, dass die Polizei verständigt sei, seien diese geflohen. Zum Schutz vor möglichen Übergriffen der Täter seien die beiden Wachmänner bis auf weiteres versetzt worden.

Die Firma Distelkam hatte im Herbst eine Ausschreibung des Bewachungsauftrages durch die Stadt Cottbus gewonnen. Wie Stadtsprecher Jan Gloßmann auf Anfrage mitteilte, will die Stadt jetzt abwarten, ob durch die Ermittlungen ein vertragswidriges Verhalten der Firma nachgewiesen werden kann.

(sim)