| 02:33 Uhr

Vorteil selbst verschaffen

Die Verve, mit der sich die Cottbuser CDU und weitere Parteien für das Volksbegehren gegen die Kreisreform in Brandenburg ins Zeug legen, ist lobenswert. Doch jetzt schießen sie damit weit übers Ziel hinaus.

Sie wollen die Verwaltung - die selbst ein berechtigtes Interesse an der Initiative hat - in die Arbeit mit einspannen. Das geht nicht. Hier besteht nicht nur ein Interessenkonflikt, es käme auch einer Sonderbehandlung gegenüber früheren Volksbegehren gleich. Das wäre ungerecht. Die Cottbuser Grünen forderten von der Verwaltung auch keinen Raumplan inklusive personeller Besetzung. Für das von ihnen unterstützte Volksbegehren gegen die Massentierhaltung in Brandenburg stellten sie sich regelmäßig selbst auf Märkte und Plätze, um Unterstützer zu finden. Das ist der unbequeme, aber richtige Weg. Darüber hinaus wäre eine regelmäßig geöffnete und öffentlich leicht zugängliche Stelle in der Stadt für die Initiatoren ein Vorteil. Doch den müssen sie sich selbst schaffen - indem sie ihre Parteibüros zur Verfügung stellen oder sogar Räume anmieten. Das sollte ihnen ihr Anliegen wert sein. In der Sprem und den Nebenstraßen gibt es derzeit in bester Lage einige leere Schaufenster.