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Vorsicht, fliegende Weihnachtsbäume

Marius Qwos legte sich mächtig ins Zeug, um seinen Baum möglichst weit fliegen zu lassen.
Marius Qwos legte sich mächtig ins Zeug, um seinen Baum möglichst weit fliegen zu lassen. FOTO: Carl Friedrich Hilscher/chc1
Cottbus. Bereits zum zweiten Mal hieß es am vergangenen Samstag bei der freiwilligen Feuerwehr in Ströbitz "Feuer frei" für die neubegründete Weihnachtsbaumweitwurf-Tradition. Zur Weltmeisterschaftsqualifikation hat es zwar auch in diesem Jahr noch nicht gereicht, aber das Vorhaben geben die Ströbitzer deshalb nicht auf. Carl Friedrich Hilscher / chc1

Die Idee zu dem sportlich-spaßigen Wettkampf kam dem Ströbitzer Michael Möbes vor zwei Jahren beim Rumschalten im Fernsehprogramm. "Ich habe so eine Veranstaltung mal im Fernsehen gesehen und dachte mir: ,Das können wir auch.' Und wie es der Zufall wollte, gab es auch ganz in der Nähe eine Art Müllhalde, auf der viele Leute immer ihre Weinachtbäume entsorgten. Die Bäume werden zu einem Brandrisiko. Da lag es nahe, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden", erklärte Michael Möbes.

Und angenehm war es am Samstag wahrhaftig für die fast 100 Besucher und Teilnehmer des sportlichen Wettbewerbs in Ströbitz. Bei familiärer Atmosphäre mit Glühwein und Bockwurst samt streng beaufsichtigter Feuerschale konnte sich jeder für die geringe Teilnahmegebühr von zwei Euro für den Wettkampf registrieren lassen.

Teilnahmeberechtigt waren alle Altersklassen zwischen Null und 100 Jahren. Je nach Altersklasse und Geschlecht wurde den Athleten (damit für Fairness gesorgt war) ein passender und genormter Weinachtsbaum gestellt. Die Kameraden der Feuerwehr hatten die Bäume vorab gesammelt und zurechtgestutzt. Trotzdem brachten einige Familien am Samstag auch ihre eigenen, abgeschmückten Tannen mit.

Die Regeln waren einfach: Der Baum - oder das, was davon übrig war - musste von einer Startlinie aus dreimal geworfen werden. Die beste Weite wurde gewertet.

Dabei kamen die unterschiedlichsten Wurfstile zum Einsatz. Egal, ob vom Speer- oder Hammerwerfen abgeschaut oder selbst erfunden. Die Zuschauer konnten erstaunlich kreative Herangehensweisen beobachten. Nur die ganz Kleinen warfen manchmal etwas zu enthusiastisch. Und so mancher Linienrichter musste ab und zu vor einem von der Bahn abgekommenen Baum in Deckung hechten.

Zum ersten Mal dabei war der Ströbitzer Marius Qwos. "Erfahren habe ich von der ganzen Sache von einem Freund. Ich dachte mir: Hey, warum nicht einfach mitmachen?", erklärte der Schüler im Anschluss an seine drei Würfe. Obwohl er durchtrainiert und sportlich ist, konnte er sich mit seinen Würfen nicht bis ganz an die Spitze setzen, die bei den Männern bei Weiten um 6,40 Meter und bei den Frauen um 3,20 Meter lag. Damit konnten die Spitzenwerte des Vorjahres nicht ganz erreicht werden - obwohl sogar die Athleten des Basketball-Clubs "White Devils" zum Weitwurf aufgerufen waren. Denn Organisator Michael Möbes ist nicht nur bei der Feuerwehr aktiv, er spielt auch als Center bei den "Devils".

Ebenfalls nicht ganz in die Spitzengruppe schaffte es die Landtagsabgeordnete Kerstin Kircheis (SPD), die sich praktische Tipps vom stellvertretenden Bürgervereinsvorsitzenden Rüdiger Galle geholt hatte: "Ganz weit weg muss er", hatte Galle geraten, mit nur mäßigem Erfolg.

Die Unternehmen aus Ströbitz hatten ausreichend Preise gesponsort, sodass Weitwerfer aller Altersklassen mit kleinen Belohnungen nach Hause gehen konnten. Einig waren sich am Ende alle Beteiligten: Den Weihnachtsbaumweitwurf wird es auch nächstes Jahr wieder geben. Vielleicht reicht es dann für eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Diese wurde am Sonntag im pfälzischen Weidenthal ausgetragen. Dort sind Weiten von 20 Metern keine Seltenheit.