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| 21:20 Uhr

Vor Gericht in Cottbus
Prozess um Mord an Gerda K. zieht sich

Dezember 2016: Die Polizei baute auch einen Stand vor der Stadthalle Cottbus auf, um Zeugenhinweise zum Mord an Gerda K. zu erhalten, aber auch, um Senioren Tipps zum Schutz vor Überfällen zu geben.
Dezember 2016: Die Polizei baute auch einen Stand vor der Stadthalle Cottbus auf, um Zeugenhinweise zum Mord an Gerda K. zu erhalten, aber auch, um Senioren Tipps zum Schutz vor Überfällen zu geben. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Cottbus. Ein junger Syrer steht weiterhin in Cottbus vor Gericht. Er soll die Cottbuser Rentnerin Gerda K. getötet haben. Jetzt sollen Gutachter in dem Prozess aussagen, die bislang noch nicht vorgetragen haben. Der Mordfall hat in Cottbus für Unruhe gesorgt. Von Bettina Friedenberg

Mord und Raub mit Todesfolge: Das wirft die Anklage einem jungen Syrer vor, der am 8.  Dezember 2016 in Cottbus die 82-jährige Rentnerin Gerda K. getötet haben soll:

Am kommenden Mittwoch verhandelt die 3. große Strafkammer des Cottbuser Landgerichts den Fall weiter. Es wird der 45. Verhandlungstag sein.

Weil der Beschuldigte zur Tatzeit noch minderjährig war, wird hinter verschlossenen Türen getagt. Seit Prozessauftakt am 23. Oktober läuft nach wie vor die Beweisaufnahme in dem nichtöffentlichen Verfahren. Zahlreiche Zeugen müssen befragt, und jede Aussage muss von einem Dolmetscher übersetzt werden.

Und dann kommen die Gutachten, die bislang noch nicht vorgetragen wurden. „Darunter auch rechtsmedizinische Gutachten, die Auskunft geben sollen, wie die Frau zu Tode gekommen ist“, sagt Landgerichtssprecherin Susanne Becker. „Auch das Gutachten zur Verantwortungsreife und Schuldfähigkeit des Beschuldigten steht noch aus.“

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, die 82-jährige Gerda K. in ihrer Wohnung ermordet zu haben, um dann Geld und wertvolle Gegenstände zu entwenden.

Bislang hat sich der junge Mann nicht zu den Vorwürfen geäußert oder eingelassen. Aber Gelegenheit dazu hat er noch genug. Bis zum 14. Dezember dieses Jahres sind 17 weitere Verhandlungstermine angesetzt. Ob der Prozess dann auch endet, ist noch unklar.

Der Fall hatte für große Unruhe in der Stadt gesorgt. Die Leiche der Frau war in ihrer Wohnung entdeckt worden, nachdem die Rentnerin nicht bei einer Weihnachtsfeier ehemaliger Kollegen erschienen war. Der Beschuldigte, der auch in Cottbus lebte, soll die 82-Jährige gekannt haben. Die Rentnerin soll vor ihrem Tod noch Einkäufe in der Innenstadt erledigt haben.

Nach Erkenntnissen der Ermittler kam der Tatverdächtige 2015 in Begleitung eines Vormundes nach Deutschland. Rund 360 Spuren und Hinweise werteten die Ermittler aus. Die Sonderkommission der Kripo hatte fast drei Monate gebraucht, bis der mutmaßliche Täter ermittelt war. Zusammen mit  der Staatsanwaltschaft Cottbus verkündete die Kripo Anfang März 2017 die Festnahme des jungen Mannes.