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Vor 490 Jahren erstmals erwähnt

Gerald Fentrohs begeisterte das Koschendorfer Publikum im voll besetzten Festzelt als Erich Honecker.
Gerald Fentrohs begeisterte das Koschendorfer Publikum im voll besetzten Festzelt als Erich Honecker. FOTO: Marion Hirche/jul1
Koschendorf. Der kleine Gemeindeteil Koschendorf des Drebkauer Ortsteiles Siewisch hat am Sonnabend ein Jubiläum gefeiert. Vor 490 Jahren wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Marion Hirche

Das wurde groß gefeiert mit einem Musiknachmittag im Park. Dabei gab es eine Überraschung. Zum Koschendorfer Geburtstag erschien eine 46-seitige Festschrift voller Fakten und Geschichten über den kleinen Ort. Entstanden ist sie auf Initiative von Heimatvereinschefin Roswitha Altekrüger. Seit dem Jahr 2010 organisiert die Ehefrau von Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) den Musiknachmittag.

Roswitha Altekrüger hat für Festschrift die Texte geschrieben und die Fotos zusammengetragen. Der Landrat steuerte ein Grußwort bei. In der Festschrift wird auch über die Bollmühle berichtet. Die Bollmüllerin durfte beim Musiknachmittag im Park nicht fehlen. Heidemarie Sitschick erzählte aus der Geschichte der Mühle, die heute ihrem Mann Burghard gehört und in der noch bis 1960 Brot verkauft wurde. Alle Zuschauer auf den voll besetzen Bänken erinnerten sich an einen besonderen Gast des Jubiläums: Erich Honecker intonierte den DDR-Klassiker "Bau auf, bau auf", entschuldigte Margot, die gerade als lila Kuh bei eine Schokoladenfirma Werbeaufnahmen mache, überreichte der Heimatvereinsvorsitzenden als Anerkennung eine Banane und versicherte allen Anwesenden: "Koschendorf ist sicher, solange auf dem Grundstück der Altekrügers kein Öl - ich meine nicht Leinöl - gefunden wird." Für seinen Auftritt erntete Gerald Fentrohs viel Beifall.

Die Lindenmusikanten aus Limberg eröffneten mit Blasmusikklassikern und geliebten Evergreens das Fest. Kathrin Clara Jantke glänzte mit eigenen Songs und Schlagern aus den Siebzigern und zum Finale begeisterte Karinas Showtruppe mit einer Helene-Fischer-Double-Darbietung. Abgerundet wurde das vielseitige Angebot mit dem Adlerschießen der Schützengilde Drebkau, das der erst elfjährige Tim wie im Vorjahr gewann.

Viel Aufmerksamkeit gab es für die Ausstellung mit zahlreichen Bildern vom alten Gutshaus und aus der Geschichte des Ortes. In einer Tombola gab es 200 Preise zu gewinnen. Eine der jüngsten Besucherinnen, die 14-jährige Alina Kaer gel, ging mit dem größten Gewinn nach Hause: einem Kugelgrill.

Edeltraud Hellmich aus Drebkau war begeistert: "Mir hat das Fest wieder sehr gut gefallen. Ich komme jedes Jahr zum Musiknachmittag, denn ich bin ehemalige Koschendorferin." Aus Berlin reiste die ehemalige Koschendorferin Edelgard Teichmann an: "Ich habe wieder so viele Freunde, Schulkameraden und Verwandte getroffen. Es war einfach schön."