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Von wegen Bananenrepublik

Aus zwei Gründen brach die DDR zusammen. Zum einen hatten die Leute keine Lust mehr auf die nervige Mangelwirtschaft, zum anderen wollten sie endlich selbst entscheiden, wohin die Reise geht. Zu dumm nur, dass der Zug jetzt ausgerechnet zurück in die Mangelwirtschaft fährt. René Wappler

Wie sonst lässt sich erklären, dass ein Cottbuser Supermarkt gestern Nachmittag keine Bananen mehr im Angebot hatte?
„Bananen gibt's im Westen immer, bei uns nur zu Weihnachten“ , raunten die DDR-Bürger einander zu, wenn sie wieder mal mit zweitklassigem Ost-Obst vorlieb nehmen mussten. Für den großartig geifernden DDR-Fernsehunterhalter Karl Eduard von Schnitzler, „Der Schwarze Kanal“ hab' ihn selig, wäre das Fernbleiben frischer Bananen aus bundesdeutschen Märkten bestimmt ein gefundenes Fressen gewesen.

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