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| 02:44 Uhr

Von "Stillstand" und Aktivität an der BTU Cottbus-Senftenberg

FOTO: lr
Cottbus. An der neuen BTU Cottbus-Senftenberg ist nach der Neugründung im Juli 2013 noch längst kein Alltag eingezogen. Zwar läuft der Lehrbetrieb mit 9600 Studierenden an den drei Standorten in Cottbus und Senftenberg. Noch immer aber gibt es Ungewissheit im Lehrkörper. Von dort war immer wieder von "Stillstand" die Rede. Dem Vorwurf ist der Gründungsbeauftragte Birger Hendriks jetzt mit Fakten entgegengetreten. Christian Taubert

Als Ouvertüre präsentierte Birger Hendriks am Donnerstag den neuen Beauftragten der Uni für Technologie- und Wissenstransfer. Der Gründungsbeauftragte stellte Prof. Ulrich Berger vor, der nun alleiniger Ansprechpartner auf diesem Gebiet ist. Hendriks hatte frühzeitig auf die Neuausrichtung und administrative Zusammenführung gedrängt, weil es eines der Kernthemen der neuen Uni berührt: engere Kooperation mit der Wirtschaft, schnelle Überführung von Innovationen, aber auch Wissenstransfer durch Fortbildung für Unternehmer. Mit Prof. Berger sei eine "Idealbesetzung" gelungen (siehe Infobox), ist sich Hendriks sicher.

Professuren angeschoben

Unter "Stillstand" sind im Lehrkörper vor allem aber die vielen Baustellen bei der Besetzung von dringend notwendigen Professuren verstanden worden. Und, dass dem Gründungsbeauftragten die Hände gebunden seien, weil er keine wissenschaftsrelevanten Entscheidungen treffen könne. Dem hat Hendriks stets widersprochen und jetzt den Beweis angetreten. Mehr als ein Dutzend Professuren wurden in den zurückliegenden Wochen - in Absprache mit den Wissenschaftsbereichen - angebahnt. Dabei geht es sowohl um Neu- als auch Nachbesetzungen. Und es sind Hoch- und Fachschulbereich gleichermaßen berücksichtigt.

Besonders froh sei Birger Hendriks über die geplanten gemeinsamen Berufungen "Funktionelle Polymermaterialien" mit dem Helmholtz-Zentrum-Geesthacht sowie "Kunststofftechnik" mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP. Der Ruf auf die Professur "Recht des Sozialwesens" sei erteilt, weitere drei Berufungsverfahren im Bereich der Gesundheits- und Therapiewissenschaften laufen derzeit. Ebenso wie die von drei Professuren im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Weitere acht Ausschreibungs- und Berufungsverfahren habe er "in konstruktiver Atmosphäre" vorbereitet beziehungsweise eingeleitet. Hinzu komme eine geplante Stiftungsprofessur "Thermische Energietechnik".

Neuaufstellung kommt voran

Der Gründungsbeauftragte sieht die neue BTU bei der Neuaufstellung "auf einem sehr guten Weg". Dazu gehört für ihn auch das neue Zentrum für Energietechnologie am Standort Cottbus und das an Hochschulen einmalige College zur Gewinnung von Studierenden, die kein Abitur haben. Oder das 3,8 Millionen Euro schwere DFG-Graduiertenkolleg zum Thema kulturelle und technische Werte historischer Bauten. Hinzu kommt die Anschaffung von neuen, Hunderttausende Euro teuren Geräten, um Forschungen voranzutreiben.

Und nicht zuletzt verweist Hendriks auf den mit dem Land Brandenburg geschlossenen Hochschulvertrag - der erstmals eine Finanzierung über fünf Jahre sichert. Dabei erhält die neue BTU mit 84 Millionen Euro pro Jahr etwa zehn Millionen mehr, als vorher BTU Cottbus und Hochschule Lausitz Senftenberg zusammen.

In jüngster Zeit nutzt Hendriks übrigens verstärkt Entscheidungshilfe aus Bremen. Der in den Startlöchern sitzende Gründungspräsident Prof. Jochen Zimmermann werde natürlich einbezogen, "um eine reibungslose Übergabe des Staffelstabes Anfang Juni zu gewährleisten".

Zum Thema:
Prof. Dr.-Ing. Ulrich Berger ist der neue Beauftragte für Technologie- und Wissenstransfer der BTU Cottbus-Senftenberg. Dem Inhaber des Lehrstuhls fürAutomatisierungstechnik werden exzellente Kontakte in die Wirtschaft nachgesagt, sowohl zum Klein- und Mittelstand wie auch den großen Unternehmen der Lausitz und darüber hinaus. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) hat den 54-jährigen Baden-Württemberger, der vor 13 Jahren an die BTU kam, 2012 zum Sprecher des Clusters Metall im Land ernannt. Der BTU- Gründungsbeauftragte Birger Hendriks nannte Berger "eine Idealbesetzung" für die Zusammenführung der bisherigen Technologietransfer-Bereiche von alter BTU Cottbus und Hochschule Lausitz Senftenberg. Berger selbst ließ keinen Zweifel, dass es ihm um "einen stärkeren Regionalbezug geht". Er wolle Berater und Ansprechpartner für Unternehmen und Wissenschaftler sein. Dabei solle bei der Neuausrichtung auch der Wissenstransfer aus der Uni in die Wirtschaft intensiviert werden.