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| 18:27 Uhr

Astronomie
Von sterbenden Sternen und Götterboten

Planetariumschef Gerd Thiele ist stolz über die Ausstellung "Götterboten" in der Sparkasse am Breitscheidplatz
Planetariumschef Gerd Thiele ist stolz über die Ausstellung "Götterboten" in der Sparkasse am Breitscheidplatz FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. Eine Ausstellung in der Sparkasse gibt Einblicke in die geheimnisvolle Welt der Meteoriten. Milliarden Jahre altes Gestein übt einen eigenen Reiz aus. Von Andrea Hilscher

Sie sind tiefschwarz oder rostig wie Eisen, manche von ihnen schlucken jeden Lichtstrahl, andere wieder glitzern verheißungsvoll. Sie alle aber scheinen die Menschen, die sich mit ihnen beschäftigen, zu poetischen Höhenflügen zu animieren. Immer dann, wenn von Meteorite die Rede ist, werden sie als „Götterboten“ oder sterbende Sterne umschrieben, religiöse Verehrung inbegriffen. Einige dieser geheimnisumwobenen Steine sind derzeit in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Spree-Neiße in Cottbus zu bewundern. Sven Walter, Leiter der Direktion Süd der Sparkasse, erinnerte sich jedenfalls sehr genau an seine eigene Begegnung mit dem Außerirdischen – als Siebenjähriger habe er über den Film „E.T.“ eine bis heute unvergessene Weltraum-Erfahrung gemacht. Gerd Thiele, den Leiter des Planetariums, nennt der bewundernd „den Mann, der für uns die Sterne vom Himmel holt“.

Thiele hätte die „Götterboten“ gern bei sich im Planetarium ausgestellt, dort aber hatte der Platz nicht ausgereicht. Nun also stehen die Glasvitrinen mit den Exponaten in der Geschäftsstelle der Sparkasse, ergänzt von elf Texttafeln.

Kaum jemand macht sich nach Aussagen von Gerd Thiele Gedanken darüber, was genau Meteorite eigentlich sind – und was sie für die Entwicklung der Menschheit bedeuten. Die Meteorite stellen mit einem Alter von 4,5 Milliarden Jahren die ursprünglichste Form der Materie dar, die uns Menschen direkt zugänglich ist. Das erste Eisen, das in vorgeschichtlicher Zeit zu Werkzeugen, Waffen oder Kultgegenständen verarbeitet wurde, kam quasi per Luftpost aus dem All auf die Erde. „Und auch seinen Goldschmuck sollte man mit Ehrfurcht betrachten“, so der Sternenkundler. Denn für die Entstehung des Goldes habe es sterbender Sterne bedurft.

Ihre Überreste werden zumeist in unwirtlichen Gegenden in der Wüste oder der Antarktis gefunden. Die Ausstellung zeigt aber auch einige Stücke, die in belebten Regionen für Furore gesorgt haben. So ist ein dunkler, wie ein Brotlaib geformter Meteorit 1992 in den USA in den Kotflügel eines Autos eingeschlagen. Das Auto war anschließend Schrott. Seiner 18-jährigen Besitzerin hat der Meteorit dennoch Glück gebracht. Sie konnte sowohl ihn als auch den zerstörten Chevy für Höchstsummen verkaufen. „Geldorgen hatte sie bestimmt nicht mehr“, erzählt Gerd Thiele schmunzelnd.

Die Wanderausstellung „Götterboten – Feuer vom Himmel“ wurde in mehrjähriger Arbeit vom Planetarium im süddeutschen Laupheim in Zusammenarbeit mit namhaften Meteoritenexperten entwickelt.

Die Exponate sind, gerne auch für Schulklassen, bis zum 28. September während der Öffnungszeiten der Sparkasse am Breitscheidplatz zu besichtigen.

Der berühmt Peekskill-Meteorit hat bei seinem Sturz auf die Erde ein Auto zerschlagen. Stein und Schrott wurden von der Autobesitzerin zu Höchstpreisen verkauft.
Der berühmt Peekskill-Meteorit hat bei seinem Sturz auf die Erde ein Auto zerschlagen. Stein und Schrott wurden von der Autobesitzerin zu Höchstpreisen verkauft. FOTO: LR / Hilscher Andrea