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| 02:40 Uhr

Von Schulgartenprojekt bis Pücklers Landschaftspark

Sabine Teutloff (Mitte) und Christine Lenicke stehen den Schülern mit Rat und Tat zur Seite.
Sabine Teutloff (Mitte) und Christine Lenicke stehen den Schülern mit Rat und Tat zur Seite. FOTO: Elsner
Cottbus. "Zwischen Gärtnerbeet und Landschaftspark" spannt sich der thematische Bogen beim 1. Brandenburgischen Schulgartentag, der vom 27. bis 29. September 2015 in Cottbus stattfindet. Neben dem Branitzer Park steht den teilnehmenden Lehrern das Pädagogische Zentrum (PZNU) für Natur und Umwelt für Exkursionen und Workshops offen. Ulrike Elsner

Der Branitzer Park als Gartendenkmal von internationalem Rang ist eine Traumkulisse für den Diskurs über Perspektiven des Lernorts Garten. Zumal die Stiftung Fürst-Pückler-Museum neben dem Park selbst im Marstall und in der Parkschmiede zwei museumspädagogische Angebote vorweisen kann, die Bildung und Erlebnis auf ideale Weise verbinden.

Über Cottbus und die Region hinaus weniger bekannt sind die Projekte, die das Pädagogische Zentrum für Natur und Umwelt betreibt und die über Schulgartenarbeit im herkömmlichen Sinne weit hinausgehen.

"Das PZNU besteht als zentrale Umweltbildungseinrichtung schon seit 51 Jahren", ist von dessen Leiterin Ulrike Blumensath zu erfahren. Heute verfügt die Umweltbildungseinrichtung der Stadt Cottbus über verschiedene Anschauungs- und Arbeitsgärten. Viele Schulklassen besuchen nur einmal im Schuljahr den Lernort zwischen Stadtmitte und Ströbitz.

Anders die Klasse 4a der Wilhelm-Nevoigt-Grundschule. Die kommt jeden Donnerstag für eine Stunde in den Schulgarten. Möglich macht das ein Projekt, das aus der Seniorenuniversität der BTU Cottbus-Senftenberg hervorgegangen ist. Unter dem Motto "Senioren gärtnern mit Kindern" haben es sich zwölf Männer und Frauen zur Aufgabe gemacht, Kindern die Arbeit im Garten nahe zu bringen.

"Als das Projekt Ende des vorigen Schuljahres auslief, haben sich die Frauen entschlossen: Wir machen weiter", berichtet Projektleiterin Gisela Koch. Für Ulrike Blumensath ein Glücksfall. Die Schüler sind mit Feuereifer bei der Sache. Sie können die Pflanzen über die gesamte Vegetationszeit pflegen und die Ernte selbst einbringen.

"Auch die Senioren sind mit viel Liebe und positiver Energie dabei", stellt die Leiterin des PZNU fest. "Wir freuen uns, dieses generationenübergreifende Gärtnern auf dem Schulgartentag vorstellen zu können."

Für Gisela Koch entspricht das Projekt genau einer Forderung des Bildungsministeriums, wonach Senioren mehr als bisher an der Bildung beteiligt werden sollen. Auch in Cottbus wird das ehrenamtliche Engagement der Senioren geschätzt. "Die Bürgerstiftung hat uns mit 600 Euro unterstützt", berichtet Projektleiterin Koch. Damit seien Pflanzen, Saatgut, Geräte und ein Kinderfest finanziert worden.

Die Viertklässler werden nicht müde beim Pflanzen, Jäten und Gießen. "Ein eigenes Beet zu haben, ist toll", sagt Anna Burkhart (10), weil wir ganz viel ernten und manches auch mit nach Hause nehmen dürfen." "Es macht Spaß, mit den Senioren zu arbeiten", ergänzt Lena Schulze (10). "Sie sind sehr nett und witzig."