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Vom Zuschauer zum Astronauten

Woraus die mysteriösen Ringe des Saturn bestehen, erfahren die Zuschauer bei der Premiere von "Planeten – Expedition ins Sonnensystem".
Woraus die mysteriösen Ringe des Saturn bestehen, erfahren die Zuschauer bei der Premiere von "Planeten – Expedition ins Sonnensystem". FOTO: dottedyeti/fotolia
Cottbus. Einmal das menschliche Leben aus einer ganz anderen Perspektive sehen und über jene Wunder staunen, die uns bisher verborgen geblieben sind – Diese Möglichkeit bekommen alle interessierten Hobbyastronomen heute Abend um 17.30 Uhr im Raumflugplanetarium "Juri Gagarin" in Cottbus. Jenny Theiler

Passend zur Bedeutung des Datums wird heute, am astronomisch längsten Tag des Jahres, die neueste Show des Sternentheaters präsentiert. Unter dem Titel "Planeten - Expedition ins Sonnensystem" wird der Zuschauer auf eine spannende Reise durch unser Universum eingeladen und bekommt einen kleinen Eindruck von den Lebensbedingungen auf unseren Erdgeschwistern.

Das Besondere an dieser neuartigen Show ist die Kooperation mit verschiedenen Großplanetarien im deutschsprachigen Raum. Insgesamt haben 20 Einrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an der Entstehung des Projektes mitgewirkt. Die Kosten wurden aufgeteilt und somit konnten für bestimmte Szenen professionelle 3D-Animateure und Mediengestalter gewonnen werden. Entstanden ist ein Gemeinschaftswerk, bei dem technische Verfahren und wissenschaftliche Fakten miteinander verknüpft wurden. In diesen Zusammenhängen sind vor allem die Größenverhältnisse erstaunlich, die durch die Simulation vermittelt werden. So überkommt den unbedarften Zuschauer eine Mischung aus Beklemmung und Ehrfurcht, wenn über dessen Kopf ein gewaltiger Gesteinsbrocken fliegt und aus Sicht der anderen Planeten plötzlich die Erde zu einer kleinen blauen Kugel wird.

Es handelt sich bereits um das dritte Projekt in dieser Größenordnung und dennoch meint Planetariumsleiter Gerd Thiele: "Es ist das Tollste, was wir bisher gemacht haben."

Die Idee, das Sonnensystem aus menschlicher Sicht zu erkunden, wurde durch eine der wohl am häufigsten diskutierten Fragen der Astronomie angetrieben: Gibt es noch andere Lebensformen im Weltall? Es ist die menschlichste Frage, die man an das Universum richten kann und dennoch sind es Maschinen, die versuchen, sie uns zu beantworten. Unbemannte Raumsonden, aber keine Astronauten schweben zu den Monden und Planeten, die uns so vieles zu berichten haben. In der Sternenshow wird demonstriert, wie eine menschliche Reise zu Jupiter und Co. aussehen könnte. Mit welchen Lebensbedingungen würden wir konfrontiert werden, ist Wasser immer ein Garant für Leben, oder wie sah es früher mal auf dem Mars aus, sind Fragen, die beantwortet werden, ohne, dass spezielle Fachkenntnisse vorausgesetzt werden.

Der Zuschauer darf die Früchte einer äußerst gründlichen Wissenschaftsrecherche genießen, die in Verbindung mit majestätischer Musik und spektakulären dreidimensionalen Bildern serviert werden. So bekommt das Publikum die Gelegenheit dem Marsrover "Curiosity" bei der Arbeit zuzuschauen und durch die tiefen Krater des roten Planeten zu wandern. Außerdem wird geklärt, warum Kometen die Tiefkühlfächer des Universums sind, ob auf dem Saturnmond "Titan" vielleicht wirklich Leben möglich ist und weshalb die Saturnringe zurecht als eine der schönsten Naturwunder des Sonnensystems bezeichnet werden können.

Der Nachweis von anderem Leben im Universum würde vor allem die Sicht von uns selbst verändern, heißt es in der Science-Fiction-Dokumentation. Umso optimistischer erscheint die Vorstellung, dass eines Tages das bisher Unmögliche wahr werden könnte, denn so deutet es die Show an.

Zum Thema:
Die Premiere zu "Planeten - Expedition ins Sonnensystem" findet heute um 17.30 Uhr im Raumflugplanetarium "Juri Gagarin" am Lindenplatz 21 statt. Die Show dauert ungefähr 50 Minuten und wird Zuschauern ab 10 Jahren empfohlen. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6,50 Euro. Weitere Veranstaltungen: Samstag, 22. Juli, 16.30 Uhr, Dienstag, 1. August, 16 Uhr, Donnerstag, 10. August, 16 Uhr, Mittwoch, 16. August 17.30 Uhr, Montag, 21. August, 16 Uhr, Mittwoch 23. August, 16 Uhr, Dienstag, 5. September, 16 Uhr, Mittwoch, 13. September, 17.30 Uhr, Donnerstag, 21. September, 16 Uhr