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Vom kostbaren Gut der sauberen Luft

In der Spree Galerie wurden Mittwoch die Preisträger des Kinder- und Jugendumweltwettbewerbes im Rahmen der 27. Cottbuser Umweltwoche geehrt. Er stand unter dem Motto "Luft ist mehr als Nichts!". Geehrt wurden Kinder und Jugendliche, die sich beispielhaft mit diesem Thema auseinandergesetzt haben.
In der Spree Galerie wurden Mittwoch die Preisträger des Kinder- und Jugendumweltwettbewerbes im Rahmen der 27. Cottbuser Umweltwoche geehrt. Er stand unter dem Motto "Luft ist mehr als Nichts!". Geehrt wurden Kinder und Jugendliche, die sich beispielhaft mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. FOTO: mih1
Cottbus. Die 27. Cottbuser Umweltwoche widmet sich dem Thema in all seinen unterschiedlichen Facetten – bei der Eröffnungsveranstaltung im Carl-Thiem-Klinikum zeigte sich die Kostbarkeit unserer Atemluft. Andrea Hilscher

War da nicht so ein kleines Kratzen im Hals? Fällt das Treppensteigen seit ein paar Wochen vielleicht etwas schwerer als sonst? Wer dem Eröffnungsvortrag der diesjährigen Umweltwoche lauschte, der brauchte starke Nerven. Dr. Michael Prediger, Chefarzt der Pneumologie im Carl-Thiem-Klinikum, ging dabei der Frage nach, ob die Umwelt unsere Lunge krankmacht.

Seine Antwort: Ja.

Allein am CTK werden jährlich rund 200 Lungenkarzinome diagnostiziert, verursacht durch Rauchen und Feinstaub in der Luft. "Die Prognosen sind schlecht", so Prediger. Nur 30 bis 40 Prozent der Patienten mit Lungenkrebs überleben deutschlandweit das erste Jahr, nach fünf Jahren lebt nur noch ein Prozent.

Michael Prediger: "In Europa gehen wir davon aus, dass die durchschnittliche Lebenserwartung durch Verschmutzung der Luft um 8,6 Monate verkürzt wird." Blamabel und beschämend sei es daher, dass die USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ausgetreten sind, ebenso heftig kritisierte er allerdings das Verhalten des VW-Konzerns. "Was da in Sachen Abgasskandal passiert ist, ist in meinen Augen Körperverletzung."

Klare Worte, denen Umweltdezernent Thomas Bergner (CDU) wenigstens für Cottbus positive Akzente entgegensetzen konnte. "Dank des Umbaus einer kompletten Straße und mit ausgefeilter Ingenieurskunst ist es gelungen, die Feinstaubbelastung in der Bahnhofstraße nachhaltig zu senken und unter den zulässigen Grenzwerten zu halten."

Als früherer Leistungssportler könne er sich noch gut daran erinnern, was für ein unangenehmes Gefühl es sei, wenn einem die Luft knapp wird. "Die letzten 100 Meter beim 400-Meter-Lauf waren nie schön", sagte der Initiator der 27. Cottbuser Umweltwoche. Ob ihn dieses Lufterlebnis nachhaltig in Richtung Umweltschutz gedrängt hat, verriet er nicht, konnte aber zur Eröffnung der Umweltwoche das Rezept für ein langes Leben beisteuern. Verraten hat es ihm eine 102-Jährige. Ihr Tipp: "Einatmen, ausatmen . . ." Weitere Angebote gibt es unter anderem am

Donnerstag, 8. Juni:

Kinderumweltforum im Schulgarten: 40 delegierte Kinder der Kinderkonferenz entwickeln Pläne für den Umwelt- und Naturschutz in Cottbus (8 bis 12.30 Uhr). Öffentliche Präparationsvorführung in den Städtischen Sammlungen, Bahnhofstraße 22 (16 bis 18 Uhr, Anmeldung unter Tel. 612-2460).

Freitag, 9. Juni:

Informations- und Lehrveranstaltung "Luft ist mehr als Nichts" mit anschließender Exkursion. 9 bis 12 Uhr Fachvorträge im Landesbergamt, Inselstraße 26, zu den Folgen des Klimawandels. Exkursion zum Heizkraftwerk und zur Wetterwarte (12.15 bis 15.30 Uhr). Baumpflanzung im Tierpark (Veranstaltung im Rahmen des 5. Cottbuser Tag des Baumes,13.15 bis 13.30 Uhr), anschließend Führung durch den Tierpark mit Jens Kämmerling.

Samstag. 10. Juni:

Kinder und Jugendangeln am Amtsteich (9 bis 12 Uhr). Repair- und Recyclingcafé in der Spree Galerie (10 bis 15 Uhr).

Sonntag, 11. Juni:

Thematischer Gottesdienst der Klosterkirchengemeinde (10 Uhr). Aktionstag für die ganze Familie auf dem Bootshausgelände ESV Lok RAW: Rad- und Lauftouren, Paddeln und Drachenbootfahrten, Tombola, Vorstellung Cottbuser Sportvereine (10 bis 16 Uhr).

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