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Vom Hochwasser bis zum Zugunglück

Neugierig und aufmerksam verfolgen die Mitglieder der Kolkwitzer Jugendfeuerwehr, was alles zu den Aufgaben beim Technischen Hilfswerk gehört.
Neugierig und aufmerksam verfolgen die Mitglieder der Kolkwitzer Jugendfeuerwehr, was alles zu den Aufgaben beim Technischen Hilfswerk gehört. FOTO: Georg Zielonkowski/ski1
Cottbus. Auf dem Stadthallenvorplatz haben die Mitglieder des Cottbuser Ortsverbandes vom Technischen Hilfswerk (THW) am Tag ihres 25-jährigen Bestehens mit einer aufwendigen Präsentation ihre gemeinnützigen Betätigungsfelder vorgestellt. Eine große Zahl von schwerer Bergungs- und Rettungstechnik konnte betrachtet werden. Georg Zielonkowski/ski1

Außerdem gab es verschiedene Vorführungen zu den einzelnen Einsatzmöglichkeiten.

Unter dem Motto "Rein ins THW - Raus aus dem Alltag" wurden die Gäste auch dazu animiert, über ihre vieleicht künftige Mithilfe im Ortsverband nachzudenken. "Wir sind rund 50 Leute, darunter auch ein Dutzend ganz junger Mitstreiter, aber es können eigentlich nie genug sein. Zumal wir ja gerade im technischen Bereich höchst interessante Einsatzmöglichkeiten für unsere ehrenamtlichen Mitglieder anbieten", so Maximilian Beyer, der im Cottbuser Ortsverband für die Außendarstellung des THW zuständig ist.

Bei der 25. Wiederkehr des Gründungstages berichtete Maximilian Beyer zum Einsatz beim Elbe-Hochwasser von 1997, bei dem einige seiner Mitstreiter ganze sechs Wochen im Oderbruch aktiv waren und im polnischen Wrocaw die Versorgung mit Trinkwasser unterstützten. "Als unsere Leute dort in die Stadt eingefahren sind, standen ältere Frauen am Straßenrand und haben die Helfer mit ihren Taschentüchern winkend empfangen. Als unsere Leute mitbekamen, dass dieses Wasser auch nur rationiert ausgegeben werden kann, waren alle ziemlich berührt von der Situation. Das ging jedem doch ziemlich unter die Haut", erinnert sich Beyer.

Auch beim Zugunglück von Hosena waren es Cottbuser THW-Leute, die mit ihrer Technik den verschütteten Stellwerksarbeiter fanden, der bei dem Unglück zu Tode gekommen war. Und beim Bombenfund in Döbbrick brachten die Männer des Ortsverbandes Cottbus den Fund zum Ort der Entschärfung. Als harmloses Rohr hat sich dagegen die vermeintliche Bombe auf der Autobahn Cottbus-Forst dargestellt, wo das THW an der Seite des Kampfmittelbeseitigungsdienstes unterstützend tätig war. "Aber lieber so einen Irrtum miterleben, als eine Explosion mit Opfern zu registrieren", sagt Maximilian Beyer.

Schon in der ersten Stunde des Präsentationsfestes auf dem Stadthallenvorplatz konnte das THW viele Jungen und Mädchen begrüßte. Die Mitglieder der Kolkwitzer Jugendfeuerwehr kamen im Rahmen ihres zweitägigen Jugendfeuerwehr-Ausbildungslagers als jüngste Gratulanten vorbei, um Einblicke in die Arbeit des THW zu erlangen. Besonders eine Station in der Spreegalerie, die in die Ausstellung einbezogen war, hatte es den kleinen Gästen angetan: An einem Modell wurde gezeigt und vom stellvertretenden Ortsbeauftragten Werner Dräger erklärt, wie verschüttete Menschen mit Hilfe einer Bergschleppe aus nicht zugänglichen Bereichen einer Einsturzstelle gerettet werden können.

Für die rund 50 Aktiven des Cottbuser Ortsverbandes war die öffentliche Darstellung ihrer technischen Möglichkeiten eine geradezu perfekte Möglichkeit zu zeigen, wie wichtig deren Hilfeleistungen sind. Oft sind sie im Verbund mit den Kameraden der Feuerwehr unterwegs. Ziel all der Aktivitäten im Technischen Hilfswerk ist der Bevölkerungsschutz und die örtliche Gefahrenabwehr.