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| 17:42 Uhr

Bundesfreiwilligensdienst
Vom Bufdi zum Physio

Laura Stein und Erik Rähm (beide 19) absolvierten direkt nach dem Abitur ihren Bundesfreiwilligendienst bei der Reha Vita in Cottbus und entdeckten ihre Liebe zum Gesundheitsbereich.
Laura Stein und Erik Rähm (beide 19) absolvierten direkt nach dem Abitur ihren Bundesfreiwilligendienst bei der Reha Vita in Cottbus und entdeckten ihre Liebe zum Gesundheitsbereich. FOTO: LR / Josephine Japke
Cottbus. Laura Stein und Erik Rähm absolvierten direkt nach dem Abitur ihren Bundesfreiwilligendienst bei der Reha Vita in Cottbus. Jetzt beginnen die beide ihre Laufbahn im Gesundheitsbereich. Von Josephine Japke

Abi in der Tasche – und wie geht es weiter? Diese Frage stellten sich auch Erik und Laura vor einem Jahr. Dann entschlossen sie sich zu einem Jahr Bundesfreiwilligendienst (BFD) bei der Reha Vita in Cottbus und bereuen diesen Schritt nicht im Geringsten.

„Anders als viele meiner Mitschüler hatte ich keinen direkten Berufswunsch. Aber ich hatte immer schon Interesse an Gesundheit und Sport und wusste, dass es in diese Richtung gehen soll“, erklärt die 19-jährige Laura Stein aus Weißwasser. Ähnlich war es auch bei Erik Rähm aus Lübbenau, der zwar wusste, dass er mit Menschen arbeiten will, aber keinen konkreten Plan hatte. „Ich wollte kein Studium anfangen und nach einem Semester feststellen, dass es nicht das richtige für mich ist. Dadurch hätte ich nur kostbare Zeit verloren“, sagt er.

Die Aussicht bei einem BFD für ein Jahr in einen Beruf reinzuschnuppern, alle Facetten kennenzulernen und danach entscheiden zu können, ob es das Richtige ist, klang vielversprechend. Die Internetseite des BFD und der Reha Vita gaben dann den Ausschlag. „Es klang spannend und vielseitig. Genau das, was ich mir für die Zeit nach dem Abi gewünscht habe“, sagt Laura.

Beim Bundesfreiwilligendienst können sich Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht und Schulabschluss ehrenamtlich für das Allgemeinwohl engagieren. Das Ziel, so heißt es auf der eigenen Seite, sei wertvolle Lebenserfahrung zu sammeln. In der Regel dauert der BFD zwölf Monate. Einsatzstellen werden unter anderem von gemeinwohl-orientierten Einrichtungen, wie der Reha Vita, angeboten.

„Einige unserer jetzigen Mitarbeiter sind über diesen Weg Physiotherapeuten geworden. Das Angebot, ein Jahr den Beruf kennenzulernen, funktioniert super“, sagt auch Viktoria Draws, Leiterin der Ausbildung bei der Reha Vita. Auch Laura und Erik wissen mittlerweile, wie es mit ihnen weitergehen soll: Laura beginnt eine Ausbildung zur Physiotherapeutin und Erik wird ab Oktober Therapiewissenschaften an der BTU Cottbus-Senftenberg studieren.

Praxiserfahrungen konnten beide schon in ihrem BFD sammeln. Durch die ständigen Wechsel zwischen Patientenbetreuung, Fahrdienst, Cafeteria und Service lernten sie jeden Bereich mal kennen. „Mittlerweile betreue ich sogar einige Patienten mit neurologischen und orthopädischen Erkrankungen“, sagt Erik. Einige von ihnen können sich im verwinkelten Haus an der Feigestraße in Cottbus nicht zurechtfinden und müssen zu Therapien begleitet werden. Anderen hilft er beim Ausfüllen der Essenspläne.

„Man wird schnell zur Bezugsperson für die Patienten und muss etwas aufpassen, dass das Verhältnis nicht zu eng wird“, gesteht der 19-Jährige und Laura stimmt ihm zu: „Die Patienten erzählen mit der Zeit immer persönlichere Geschichten. Wir sind ihre Ansprechpartner, hören zu und sind für sie da. Das Gefühl ist toll.“

Im Umgang mit älteren Menschen sei vor allem Ruhe und Geduld wichtig. „Wenn sie zu uns kommen, ist vieles für sie neu und ungewohnt. Das braucht eine Weile, bis sie sich auf die neue Situation einlassen können“, beschreibt Laura. Oft, so sagt sie, verbinde man mit Gesundheitsberufen anstrengende Arbeit. „Aber die Dankbarkeit in den Augen der Patienten, wenn man ihnen geholfen hat und ihren gesundheitlichen Fortschritt zu sehen, sind es alle Mal wert“, resümiert Laura.