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Vom "Aufbau Ost" bis zum Heilbadtraum

Bei der festlichen Amtsausschusssitzung anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Burger Amtsausschusses in Briesen wurde von Amtsdirektorin Petra Krautz und dem Amtsausschussvorsitzenden Joachim Dieke verdiente langjährige Mitstreiter im Ausschuss und in der Schiedsstelle des Amtes, sowie Feuerwehrkameraden gewürdigt.
Bei der festlichen Amtsausschusssitzung anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Burger Amtsausschusses in Briesen wurde von Amtsdirektorin Petra Krautz und dem Amtsausschussvorsitzenden Joachim Dieke verdiente langjährige Mitstreiter im Ausschuss und in der Schiedsstelle des Amtes, sowie Feuerwehrkameraden gewürdigt. FOTO: Hirche/jul1
Briesen. Am 16. Juli 1992 wurde das Amt Burg gegründet. Neun Gemeinden haben damals den Start gemeinsam gewagt, nachdem der Landtag die Amtsordnung für das Land Brandenburg im Dezember 1991 beschlossen hatte. Marion Hirche / jul1

"Nach wenigen Jahren mit selbstständiger Verwaltung war das Amt Burg/Spreewald wohl für keine Gemeinde eine Liebesbeziehung. Doch geschah der Zusammenschluss vor allem mit der Maßgabe, die Verwaltungsarbeit der Gemeinden zu bündeln und effektiver zu machen im Sinne der Einwohner und dabei aber die politische Entscheidungsgewalt weiterhin bei den Gemeindevertretungen zu belassen", erinnerte sich Amtsdirektorin Petra Krautz Anfang dieser Woche in der festlichen Amtsausschusssitzung anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Amtes Burg in Briesen.

Sie, die selbst die gesamte Zeit des Amtes in verantwortungsvoller Position mit bestritt, verwies auf die erfolgreiche Entwicklung des Amtes, erwähnte Meilensteine in der Entwicklung. So wurde mit dem Gebäude in der Burger Hauptstraße ein zentraler für alle Bürger gut erreichbarer Standort für die Verwaltung gewählt. Das Amtsblatt erschien bereits im August 1992 erstmals, ist heute die Burger Spreewald-Zeitung. Im Oktober 1992 ging die Amtsbibliothek an den Start, zog 2002 in das neue Haus der Begegnung in Burg um. Ausleihstellen sind auch in Werben und in Briesen. Die Gemeinden haben gemeinsam einen Bauhof, der seit 2012 in eine neue Betriebstätte hat. Zusammen wird seit 1992 das Heimat- und Trachtenfest immer am letzten Augustwochenende in Burg gefeiert, in diesem Jahr das 25.

Zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen wurden gemeinsam umgesetzt. Der Trink- und Abwasserzweckverband Burg ist für alle Kommunen da. Im Amtsgebiet gibt es in Burg und Briesen Schulen, außerdem sechs Kitas. Investitionen in die Kindereinrichtungen wurden und werden vom Amt gemeinsam getätigt. So ist das Kinder- und Lernhaushaus "Lipa" entstanden. Zukünftig wird die Kita "Spreewald-Lutki" neu gebaut, die Burger Schulturnhalle wird ersetzt, in Briesen ist schon eine moderne Mehrzweckhalle entstanden. Die Rednerin erinnerte aber auch an den schmerzlichen Beschluss, die Schule in Werben zu schließen. Radwege, Dorfgemeinschaftshäuser, der Erhalt der sorbisch-wendischen Kultur und Tradition - All das gehört zur Erfolgsbilanz. Hinzu kommt die rasante touristische Entwicklung mit der Zuerkennung und Verteidigung des Kurortstatus bis hin zur Beantragung des Heilbadtitels im Jahr 2015.

Der Vorsitzende des Amtsausschusses Joachim Dieke verwies auf die große Arbeit des Amtsausschusses mit 162 Sitzungen, in denen 600 Beschlüsse gefasst wurden. Er sprach auch von der Gemeindegebietsreform die 2002 dafür sorgte, dass das Amt Burg heute durch Zusammenschluss sechs Gemeinden hat. Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger würdigte die Entwicklung des Amtes als einzigartige Erfolgsgeschichte. Der Kolkwitzer Bürgermeister Fritz Handrow verwies mit Blick auf die angedachte Kreisgebietsreform auf die vielen Verwaltungsfelder, die die Cottbuser Umlandgemeinden schon länger gemeinsam erfolgreich bewältigen.

Gewürdigt wurden verdiente Mitstreiter der Amtsverwaltung und des Amtsausschusses. Erna Koppermann war von 1970 bis 2014 Bürgermeisterin in Guhrow, sie bekam Blumen von Joachim Dieke überreicht mit der Bemerkung: "Von Erna haben wir jungen Hasen das laufen gelernt."

Fred Kaiser, Bürgermeister von Dissen-Striesow bekam aus den Händen von Petra Krautz einen Sonnenblumenstrauß, weil er als Einziger von Anfang an ohne Unterbrechung Amtsausschussmitglied ist. "Für mich war besonders der plötzliche Tod von Amtsdirektor Hans Gahler eine schwierige Zeit. Zudem würde ich mir wünschen, dass wir zum konstruktiven Dialog zwischen Verwaltung und Amtsausschuss zurückkehren. Das Ziehen an einem Strang vermisse ich heute oft", betonte der Mann, der seinen Ortsteil Dissen zum zweiten touristischen Standbein im Amt Burg geführt hat. Nach weiteren Ehrungen gab es ein gemeinsames Abendessen, bei dem sich der ehemalige Amtsausschussvorsitzende Manfred Neumann erinnerte, dass da in den 90ziger Jahren mal so einfach 500 000 Euro ohne Antrag vom Gesundheitsministerium überwiesen wurden, bei dem Petra Krautz mit ihren Amtskollegen aus den umliegenden Kommunen und aus der polnischen Partnergemeinde Lubrza ins Gespräch kam und bei dem wohl auch zaghafte Schritte für mehr gegenseitiges Verständnis unternommen wurden. Esther und Lydia Budischin gaben der Veranstaltung mit ihrer Musik den festlichen Rahmen.