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Volkstrauertag
Ehrung für Opfer von Krieg und Gewalt

Cottbus. Feiern auf dem Südfriedhof, am Feuerwehrdenkmal auf dem Neustädter Platz und in Madlow.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Cottbus und der Berufsfeuerwehr gedenken am morgigen Sonntag ab 10 Uhr am Feuerwehrdenkmal, Neustädter Platz, der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft. Darüber informiert Sebastian Klose vom Stadtfeuerwehrverband. Erstmals findet das traditionelle Gedenken am Volkstrauertag vor dem 140 Quadratmeter großen Feuerwehr-Wandbild am dortigen Parkhaus statt. Es war auf Initiative des Stadtfeuerwehrverbandes entstanden und im letzten Frühsommer eingeweiht worden.

Das Wandbild ist ein Geschenk der freiwilligen Feuerwehren an die Stadt Cottbus und zeigt die alte Feuerwache, die einst dort ihren Standort hatte. Geschaffen hat das Bild das international erfolgreiche Cottbuser Designer-Duo Hillegaart und Strauß nach einer Fotografie aus dem Jahr 1880.

Ebenfalls am Sonntag, ab 11 Uhr, findet eine kleine Gedenkfeier der Kameraden der Feuerwehr am Kriegerdenkmal  an der Wendeschleife in Madlow statt. Das Gedenken an jene Menschen, die durch Krieg und Vertreibung, durch Gewalt und Gewaltherrschaft ihr Leben verloren haben, solle mit der Einweihung des grundhaft sanierten Madlower Kriegerdenkmals verbunden werden, teilt Wolfgang Bialas, Präsident des Stadtfeuerwehrverbandes, mit.

Nach einem missglückten Selbstversuch haben sich die Madlower unter Einbeziehung des Denkmalschutzes in diesem Jahr ihr Denkmal zurückgeholt. Ausgeführt wurden die Arbeiten von Steinmetzmeister Maik Brunzel. Ermöglicht haben das unter anderem die Spenden von Bürgern des Stadtteils.  Rund 8500 Euro sind so zusammengekommen – inklusive größerer Summen von der Stiftung für Preußisches Kulturerbe und der Sparkasse Spree-Neiße.

Die Gedenkstätte war im Jahr 1922 durch die Gemeinde Madlow eingeweiht worden. An der Südseite des Obelisken sind 18 Namen, an der Nordseite 19 Namen von gefallenen Einwohnern des früheren Dorfes eingemeißelt.

Bereits am heutigen Samstag um 14 Uhr findet anlässlich des Volkstrauertages, eine Gedenkveranstaltung an der Trauerhalle auf dem Cottbuser Südfriedhof statt. Nach einer musikalischen Eröffnung wird Reinhard Drogla (SPD), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, eine Gedenkrede halten. Anschließend findet die Totenehrung statt. Unter anderem beteiligen sich Schüler der Theodor-Fontane-Schule Cottbus mit einem Beitrag an der Aktion. Nach einer Darbietung des Liedes „Sag mir, wo die Blumen sind“ folgt die Niederlegung von Kränzen und Blumengebinden. Gedacht wird der gefallenen deutschen Soldaten beider Weltkriege, der Opfer vom 15. Februar 1945, der polnischen Zwangsarbeiter, der gefallenen Soldaten der Roten Armee und der Opfer von Flucht und Vertreibung.