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Virtuelle Panorama-Tour durch das Gotteshaus in Briesen

FOTO: Frank Hilbert
Panorama. Inmitten des Dorfangers der Spreewaldgemeinde Briesen, die zum Amt Burg gehört, steht die Kirche – ein Backsteinbau. Ein solches Kleinod gibt es zwischen Lausitz und Elbe-Elster-Land kein zweites Mal. Frank Hilbert

Nach dem Durchschreiten der etwas niedrigen Tür von der Westseite her, schmeichelt der prunkvolle acht Meter hohe Altar dem Auge. Wie von Pfarrer Friedrich Detlef Plasan zu erfahren ist, stammt er aus dem Jahr 1701. Der Altar sei ein dreigeschossiger Holzaufbau, in dessen oberen Teil der auferstandene Christus mit der Siegesfahne dargestellt ist. Im Mittelteil ist die Kreuzigungsszene zu sehen und im unteren Bereich stellt ein geschnitztes Relief das Abendmahl von Jesus mit seinen zwölf Jüngern dar. Es fand am Gründonnerstag statt.

Panorama-Rundgang in der Kirche in Briesen

Mit gedrückter Maustaste können Sie im Panorama "herumfahren (Zoom mit Mausrad oder Schaltflächen). Hinter der Infoschaltfläche verbirgt sich eine Karte und beim Klick auf eines der gelben Symbole erscheinen einige Dinge im Detail (Zoom mit Mausrad).

Karfreitag sowie Ostersonntag und -montag werden sich bestimmt viele Christen der knapp 800 Mitglieder des evangelischen Pfarrsprengels Briesen bei einem der jeweils um 10.30 Uhr beginnenden Gottesdienste daran erinnern. Ostern ist der Höhepunkt eines jeden Kirchenjahres. Am Pfingstmontag, 25. Mai, öffnet diese schöne Kirche übrigens zum wiederholten Mal ab 19 Uhr im Rahmen der Nacht der offenen Kirchen für interessierte Besucher ihre Tür.

War man ursprünglich davon ausgegangen, dass die Kirche zwischen 1300 und 1346 entstanden ist, so hätten Holzuntersuchungen ergeben, dass um das Jahr 1470 dieses Gotteshaus entstanden ist, erklärt Pfarrer Plasan, der seit Herbst 2012 Pfarrer dieser Kirchengemeinde ist.

Doch nicht nur der Altar mit dem achtspitzigen Johanniterkreuz im grünen Kranz ist sehenswert. besonders bemerkenswert sind auch die Wandmalereien, entstanden etwa 1486. "Leider gibt es keinerlei Hinweise darauf, wer sie einst gemalt hat. Vermutungen besagen, dass es sich um eine Klostermalschule aus Cottbus gehandelt haben könnte", sagt Pfarrer Plasan. Im 17. oder 18. Jahrhundert seien die Malereien übertüncht worden. Erst zwischen 1954 und 1956 sind sie bei Restaurierungsarbeiten wieder freigelegt worden.

"Die Malereien zeigen die Heilsbotschaft der Bibel. In der mittleren Zone sehen wir an der Nordwand die Passionsgeschichte Christi, angefangen mit der Ölbergszene bis zum Weg zur Kreuzigung. An der Ost- und Südwand sind Kreuzigung, Grablegung, Auferstehung und Himmelfahrt dargestellt. Den Abschluss bildet an der Südwand ein teilweise erhaltenes Bild vom Jüngsten Gericht. Es wurde 1694 durch den Einbau einer Patronatsloge weitgehend zerstört", erklärt Friedrich Detlef Plasan.

Seit 2004 hat es sich der Verein Briesener Fresken zur Aufgabe gemacht, die Kunstwerke an den Wänden zu erhalten und restaurieren zu lassen.