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| 16:29 Uhr

Gewerkschaft fordert mehr Geld für Pflege
Vierter Warnstreik bei Pro Seniore in Cottbus

40 Mitarbeiter der zwei Pflegeheime von Pro Seniore in Cottbus haben sich am Montag an einem vierstündigen Warnstreik beteiligt.
40 Mitarbeiter der zwei Pflegeheime von Pro Seniore in Cottbus haben sich am Montag an einem vierstündigen Warnstreik beteiligt. FOTO: Andy Scheffel
Cottbus . Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi steht seit dem Jahr 2015 mit den zwei Pflegeeinrichtungen der Stadt in Tarifverhandlungen. Von Peggy Kompalla

Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben sich am Montag rund 40 Mitarbeiter des Pflegeheimbetreibers Pro Seniore in Cottbus beteiligt. Das Pflegepersonal legte vier Stunden lang die Arbeit nieder. In der Zeit wurde über einen Notdienst eine Minimalversorgung der Bewohner gewährleistet. In beiden Cottbuser Einrichtungen werden rund 140 Menschen betreut und gepflegt.

Die Gewerkschaft hatte nach eigenen Angaben die rund 100 Beschäftigten der beiden Cottbuser Pro-Seniore-Unternehmen Residenz Cottbus gGmbH und Residenz Am Wasserturm gGmbH am Montag von 11 bis 15 Uhr die Arbeit niederzulegen. Dabei handelt es sich um den vierten Warnstreik, mit die Forderungen zum Abschluss eines Tarifvertrages bekräftigt werden sollen. Gewerkschaftssekretär Ralf Franke erklärt: „Die Verhandlungen werden am 8. Mai fortgesetzt.“

Verdi steht nach eigenen Angaben seit dem Jahr 2015 mit den beiden Cottbuser Pro Seniore-Unternehmen in Tarifverhandlungen. Franke zählt die bisherigen Verhandlungserfolge auf: „Nach dem ersten Warnstreik im April 2016 wurden mit einem Vorschalttarifvertrag die Entgelte zwischen 3,5 bis fünf Prozent erhöht. Nach einem zweiten Warnstreik im Februar 2017 wurden die Entgelte um weitere 2,5 Prozent erhöht. Der von uns geforderte Tarifvertrag kam aber bislang nicht zustande.“

Deshalb folgte Dezember 2017 der dritte Warnstreik. Seitdem habe es fünf Verhandlungstermine gegeben. „Zwar konnte im März 2018 ein wichtiges Zwischenergebnis zu den Monatsentgelten für die Beschäftigten in der Pflege und Behindertenbetreuung erzielt werden“, so der Gewerkschaftssekretär. „Jedoch wurde beim letzten Verhandlungstermin am 20. April keine Einigung zu den Entgelten der weiteren Beschäftigten erzielt.“ Pro Seniore lehnt demnach ein jährlichen Weihnachtsgeldes ab. „Die streikenden Beschäftigten fordern eine zügige Fortsetzung der Tarifverhandlungen und ein Weihnachtsgeld in Höhe von 67,5 Prozent des monatlichen Entgeltes“, so Franke.

Die Unternehmen Residenz Cottbus gGmbH am Fontaneplatz und die Residenz Am Wasserturm gGmbH gehören der Gewerkschaft zufolge der Unternehmensgruppe Victor’s an und firmieren unter der Pro-Seniore-Gruppe. Der Konzern betreibt demnach bundesweit 130 Pflegeeinrichtungen.