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| 01:24 Uhr

Vierbeinige Stars im Energie-Stadion

Cottbus. Die Stars im Stadion der Freundschaft haben dunkle, mandelförmige Augen, sind meist blond und bringen etwa 30 Kilo auf die Waage: Rund 600 belgische Schäferhunde und ihre Halter haben am Pfingstwochenende in Cottbus um die Weltmeisterschaft gekämpft. Am Ende siegte der Rüde Helge – und bescherte seiner finnischen Halterin Mia Skogster glänzende Augen. Von Jan Grundmann

Wo sonst die Energie-Kicker vors gegnerische Tor rennen, sprinten jetzt Schäferhunde über den Rasen. Die “Belgier„ seien extrem sportiv und gelehrig - wenn ihnen eine gute Belohnung winkt, sagt Patricia Schönfeld vom Organisationsteam der Weltmeisterschaft. “Aber wir wollen freundliche Hunde. Wenn sich ein Tier gedrückt zeigt, gibt es Punktabzüge.„ Die Schäferhunde aus dem Benelux-Staat seien übrigens fitter als die deutsche Variante. “Der deutsche Schäferhund trägt seinen Hintern ja fast auf dem Boden„, lächelt sie - und hält plötzlich den Atem an. “Die Tribüne ist auch totenstill„, so Schönfeld.

Zahlreiche Besucher warten auf die besten Hunde und Halter zur alles entscheidenden Prüfung: Bei der “Schutzübung„ sprinten die Belgier zunächst um einen Parcours auf dem Rasen. Dann folgt das Duell mit einem Helfer, der um einen Arm ein Polster aus Leder, Plastik und Jute trägt. Hund und Helfer rennen aufeinander zu, der Belgier beißt in den ummantelten Arm, der Helfer schleudert den Hund umher. Wenn der Halter den Hund ruft, muss dieser loslassen.

Das klappt aber nicht in jedem Fall, wie der haushohe Favorit Edgar Scherkl erleben muss: Sein “Cayman vom Adlerauge„ beißt sich im Arm des Helfers fest. Kein Kommando hilft, die Tribüne tobt - und Scherkl wird disqualifiziert.

Doch das Gesicht von Mia Skogster strahlt. Die 30-jährige Finnin weiß jetzt, dass sie Weltmeisterin geworden ist. Ihr Rüde, den sie liebevoll Helge nennt, konnte den Punktrichter überzeugen. “Helge ist total entspannt, freundlich und sozial„, lobt sie ihren Vierbeiner und streichelt ihn für den ersten Weltmeistertitel im vierten Anlauf. Die Finnin aus der Nähe von Helsinki ist selbst Züchterin - und hofft auf Nachwuchs. Mit den Welpen von Champion Helge will sie in den kommenden Jahren an den Start gehen. “Helge selbst wird zu alt für die WM-Teilnahme„, sagt sie. Mit Ehemann und dem siebenjährigen Rüden ist sie per Auto nach Cottbus gekommen - so wie weitere 600 “Belgier„ und ihre Halter.

Aus insgesamt 24 Staaten, sogar aus Japan, Australien und Venezuela reisten die Hundefreunde nach Cottbus an. “Das war schon eine Riesenparty„, sagt Patricia Schönfeld.

Viele schlugen ihr Camp an der Talsperre Spremberg auf. “Da wurde abends kräftig gefeiert„, sagt Schönfeld, die auf die deutschen Teilnehmer stolz ist: “Wir haben den Mannschafts-Titel erfolgreich verteidigt.„