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Zwangsräumung
Verwirrung um Großfamilie aus Cottbus

Familie Daniela und Peter Jahnke
Familie Daniela und Peter Jahnke FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Um die von einer Zwangsräumung betroffene Großfamilie aus Cottbus gibt es weiter ein Hickhack. Heute soll die Räumung erfolgen. Ein letztes Hilfsangebot der Stadt wollte die Familie am Mittwoch annehmen. Nun berichtet ein „Solidaritätsnetzwerk Cottbus“, die angebotene Wohnung sei „unzumutbar“ gewesen.

Einen Tag vor der angekündigten Zwangsräumung wollte die Cottbuser Großfamilie Jahnke ihr Zuhause in der Gallinchener Hauptstraße eigentlich am Mittwoch verlassen. Um mit ihren sieben Kindern nicht auf der Straße zu landen, habe man ein Angebot der Stadt angenommen, vorerst in einem Wohnverbund im Süden der Stadt unterzukommen, erklärte Daniela Jahnke gegenüber der RUNDSCHAU.

In der Nacht meldete sich dann ein „Solidaritätsnetzwerk Cottbus“ und berichtet: „Eine noch am 14. Februar angebotene provisorische Unterkunft bestehend aus zwei Wohnungen stellte sich als unzumutbar aus, weil sich die beiden Wohnungen auf unterschiedlichen Etagen befinden“. Bisher sei „keine geeignete Alternative für die Familie geschaffen“ worden, so das Solidaritätsnetzwerk. Um 11 Uhr, wenn die Zwangsräumung vollstreckt wird, soll es nun einen Protest in der Gallinchener Haupstraße geben.

Die Suche nach einer geeigneteren Bleibe war laut Daniela Jahnke über Monate hinweg nicht erfolgreich. Zwar habe es Besichtigungen verschiedener Wohnungen gegeben, die sieben Kinder hätten aber viele Vermieter abgeschreckt. Der Stadtverwaltung zufolge gab es in den letzten Tagen und Wochen von ihrer Seite aus weitere Wohnraumangebote an die Familie.

Ein Antrag auf Räumungsschutz für das Haus in Gallinchen hatte das Gericht abgelehnt. Einen Härtefall habe man nicht erkennen können, zitiert Daniela Jahnke die Begründung. „Wir hängen in der Luft“, sagt sie.

Ein ursprünglicher Räumungstermin im September 2017 war auf Ende des vergangenen Jahres verschoben worden, nachdem ein Anwalt einen Vergleich vor Gericht erzielt hatte. Der allerdings sei ohne ihr Wissen zustande gekommen, sagt Daniela Jahnke.

(bob)