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| 13:33 Uhr

Aus dem Gericht
Verteidiger fordert Bewährungsstrafe nach blutigem Familiendrama in Werben

Bert K. (l.) ist am Cottbuser Landgericht wegen dreifachen versuchten Totschlages angeklagt. Rechts neben ihm sein Verteidiger Michael Sinapius.
Bert K. (l.) ist am Cottbuser Landgericht wegen dreifachen versuchten Totschlages angeklagt. Rechts neben ihm sein Verteidiger Michael Sinapius. FOTO: LR / Wendler Simone
Cottbus/Werben. Bert K. hat vor fünf Jahren versucht, seine Mutter, seinen Adoptivvater und seinen Halbbruder mit Messerstichen zu töten. Sein Verteidiger fordert nun eine Bewährungsstrafe – die Staatsanwaltschaft eine dreieinhalbjährige Haftstrafe für K. Von Daniel Schauff

Auf den Tag genau vor fünf Jahren hat Bert K. seine Mutter, seinen Adoptivvater und seinen Halbbruder mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Am vorletzten Tag der Gerichtsverhandlung haben Verteidigung und Staatsanwaltschaft ihre Plädoyers gehalten. Während der Staatsanwaltschaft dreieinhalb Jahre Haft wegen versuchten Totschlags in einem minderschweren Fall fordert, hält die Verteidigung eine Bewährungsstrafe von höchstens zwei Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minderschweren Fall für ausreichend.

Ein Gutachten bestätigt, dass K. unter der familiären Situation stark gelitten hat, eine nahezu unnätürliche Bindung zu seiner Mutter aufgebaut hatte, ihr seelischen Beistand geben wollte, daran aber oftmals gescheitert ist. Zum Adoptivvater hatten sowohl K. als auch seine Mutter ein schlechtes Verhältnis. Immer wieder ist es nach Aussage aller Beteiligten zu Streitereien, manchmal auch zu Handgreiflichkeiten gekommen. Ein erneuter Streit hatte das Fass an dem frühen Augustmorgen vor fünf Jahren dann zum Überlaufen gebracht.

K. hatte die Tat bereits am ersten Prozesstag gestanden – mittlerweile hat der heute 30-Jährige ein Medizinstudium abgeschlossen, sich darüber hinaus einer psychiatrischen Behandlung unterzogen. Dem Gutachter zufolge geht von K. keine Gefahr mehr aus.

Der Angeklagte selbst sprach am Montag von einer schwerwiegenden Schuld und dass er hoffe, dass das Gericht ihm die Möglichkeit gibt, seinen aktuellen Lebensweg fortzusetzen. K. steht kurz vor dem Ende seiner Facharztausbildung.