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„Versuch wäre es wert“

Unser Leser Walter Krause schreibt zum Artikel „Cottbuser Vermieter: Wenig Alternativen zum Altersheim“ (LR vom 26. Februar):

Der Artikel zeigt deutlich, wo die Säge bei den zitierten Vermietern klemmt bei der Schaffung eines nachhaltigen Wohnraumangebotes für Senioren-Wohnen als Alternative zum teuren Heimplatz.
Weil „unterschiedliche Charaktere, die sich bei älteren Menschen herausgebildet haben“ ein gemeinschaftliches Wohnen in Frage stellen, sollte es jedoch kein Grund sein, so etwas als Pilotprojekt nicht zumindest zu versuchen. Studenten sind auch nicht „charakterlos“ und trotzdem scheint es beim studentischen Zusammenwohnen keine außergewöhnlichen Probleme beim gemeinschaftlichen Wohnen zu geben.
Und wieso muss so eine Gemeinschaftswohnung einer Person gehören? Beim studentischen Zusammenwohnen ist das Problem doch auch gelöst! Es ist wohl so, dass trotz aller Initiativen der städtischen Wohnungsbetriebe zum Wohnen im Alter für die Entwicklung von Konzepten für ein nachhaltiges Wohnraumangebot als Heimalternative für eine zunehmend älter werdende Bevölkerung und deren altersbedingten speziellen Wohnbedürfnissen noch die rechte Sensibilität und Bereitschaft für neue Wege fehlt. Die Gelegenheit und die Möglichkeiten dafür im Rahmen des momentanen Stadtumbaus sollte man nicht ungenutzt verstreichen lassen.
Als kontraproduktives Beispiel verweise ich auch auf die neueste „Initiative“ der Thesaurus GmbH & Co. Vierzehnte Immobilien KG, dem jetzigen Nießbraucher der ehemaligen Aubis-Wohnanlage. Hier wird den Bewohnern der Theodor-Brugsch-Straße 17 a mit der Begründung einer Mietnebenkostenersparnis durch Reduzierung der Müllcontaineranzahl ein zusätzlicher Weg, an der bisherigen Containeranlage vorbei, zur 100 Meter entfernteren Anlage für die Restmüllentsorgung zugemutet. Es betrifft ein Haus mit hohem Anteil über 65-jähriger Mieter und mit barrierefreien Erdgeschosswohnungen.
Konzepte für Wohnen im Alter beginnen zwangsläufig in den Köpfen der Kommunalpolitiker und der Vermieter.