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| 16:53 Uhr

Flüchtlinge in Cottbus
Polizeikontrollen zeigen Wirkung

Bereitschaftspolizisten kontrollierten im Stadtzentrum inzwischen fast 1250 Personen, davon 500 ausländische Bürger.
Bereitschaftspolizisten kontrollierten im Stadtzentrum inzwischen fast 1250 Personen, davon 500 ausländische Bürger. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Cottbus. Seit Januar sind 60 Strafanzeigen in Cottbus aufgenommen worden. Freitag legt sich ein Syrer bei einer Kontrolle mit der Polizei an. Sonntag sind Beamte im Freizeitbad „Lagune“ im Einsatz.

Nach zwei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen jungen Syrern und Deutschen in der Innenstadt zu Jahresbeginn, schickt das Innenministerium zusätzlich Bereitschaftspolizisten in der Stadt auf Streife. Die kontrollierten im Stadtzentrum inzwischen fast 1250 Personen, davon 500 ausländische Bürger.

Fünf Personen erhielten dabei nach Angaben der Polizei ein schriftliches Aufenthaltsverbot. Gegen einen Syrer und einen Afghanen wurden Zwangsgelder in Höhe von jeweils 200 Euro verhängt, weil sie gegen derartige Verbote verstoßen hatten. In 22 Fällen wurden bei den Kontrollen gefährliche Gegenstände wie Schlagstöcke und Messer festgestellt, in 30 Fällen führten Rauschgiftfunde zu Ermittlungsverfahren. Das betraf, so Polizeisprecher Torsten Wendt sowohl Deutsche als auch Flüchtlinge.

Ein 21-jähriger polizeibekannter Syrer attackierte am Freitagnachmittag Beamte aus einer Gruppe heraus mit Beschimpfungen und Bedrohungen, worauf hin er fixiert wurde. Auch bei ihm wurden Drogen gefunden. Gegen ihn wird deshalb nun ermittelt. Die ganze Gruppe hatte anfangs versucht, sich einer Ausweiskontrolle zu verweigern.

In der Nacht zum Sonntag gab es nach Polizeiangaben gegenseitige Rempeleien, Provokationen und zum Schluss eine körperliche Auseinandersetzung zwischen zwei 26-jährigen Deutschen und drei jungen Flüchtlingen aus dem Iran und Afghanistan.

Am Sonntagnachmittag musste die Polizei dann im Cottbuser Freizeitbad „Lagune“ eine Anzeige wegen sexueller Belästigung aufnehmen. Zwei 14 und 15-jährige Mädchen waren, so der Vorwurf, durch zwei minderjährige Syrer im Strömungskanal des Bades unsittlich berührt worden.

Nach Auskunft von Lagune-Geschäftsführer Ronald Kalkowski waren die beiden Jungen bereits vorher vom Badpersonal verwarnt worden, weil sie die Mädchen verfolgt hatten. Nachdem die Mädchen sich wegen der unsittlichen Berührung erneut an das Personal wandten, hielten Mitarbeiter des Bades die mutmaßlichen Täter fest, bis die Polizei eintraf.

Die beide Jungen erhielten unabhängig von den strafrechtlichen Ermittlungen für ein Jahr Hausverbot im Cottbuser Schwimmbad.