| 02:33 Uhr

Versautes im Schillerpark

FOTO: Peggy Kompalla
Der Schillerplatz ist ein Ort der Kultur. Dort steht das Staatstheater, das bis in die Hauptstadt einen guten Ruf genießt. Peggy Kompalla

Das Haus beeindruckt nicht nur mit dem, was auf der Bühne passiert, sondern auch mit dem Drumrum. Das Theater ist ein prächtiger Jugendstilbau und wird von Architekturfreunden und Spaziergängern gleichermaßen bewundert. Umgeben ist es von einem eleganten Park mit Springbrunnen. Dazu gibt es noch ein Sternendach zum Träumen. Es ist ein Ort des Flanierens und der Kontemplation. Damit nicht genug: Ein Baum im Park hält seine Äste als Regal ausgebreitet. Dazwischen klemmen Bücher. In denen geht es ziemlich deftig zur Sache. Dem kulturvollen Ort geschuldet natürlich nur auf höchstem literarischen Niveau. Ovid, Grass, Flaubert, Nabokov, Ringelnatz - alle sind sie vereint. Der Überzeugungstäter de Sade fehlt natürlich nicht in diesem "Handbuch der literarischen Hocherotik". Und Schwerenöter Goethe fordert gar in der Einleitung "Seid säuisch!" Allein Schiller hält sich dezent zurück aus der "Klassischen Sau" - wie diese Werksammlung übertitelt ist.