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| 01:00 Uhr

Verlockung

Der Vorschlag der Frauenliste klingt verlockend. Bewertungs-Kriterien für von der Stadt bezuschusste Einrichtungen und Angebote scheinen dringend nötig. Anhand einer Liste ließen sich dann die Leistungen abschätzen.

Die Einordnung wäre einfacher, und ein Beschluss, hier statt da den finanziellen Zuschuss zu kürzen oder zu streichen, wäre um vieles leichter. Allerdings würden Stadtverwaltung und Abgeordnete dann Bank spielen müssen. Verspricht das Projekt Erfolg und Rendite, dann gibt es den Zuschuss.
Darauf lassen sich nur leider nicht alle Angebote reduzieren. Manche Arbeit hilft nur wenigen und ist teuer. Entsprechende Projekte müssten demnach gestoppt werden oder ohne städtisches Geld finanziert werden. Dennoch können sie als politisch unverzichtbar eingestuft werden. Hier muss sich auch zeigen, ob das Bekenntnis aller Fraktionen, bei freiwilligen Leistungen nicht weiter zu kürzen, Bestand haben wird.
Noch diffiziler wird es, da nahezu alle Aufgaben der Stadt in der Jugend- und Sozialarbeit an freie Träger abgegeben werden sollen. Im Gegensatz zu städtischen Angestellten verzichten die Mitarbeiter der Träger schon seit Jahren immer wieder auf Teile ihres Lohns. Sparen wird so zum Bumerang für die Stadt. Die Bewertung der Angebote kann deshalb keiner Liste überlassen werden. Es darf sich niemand blenden lassen, dass mit den Bewertungskriterien die schmerzlichen und schwierigen Entscheidungen bereits gefallen wären. Das ist und bleibt Sache der Politik, der Stadtverordneten.