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| 18:20 Uhr

Cottbuser distanziert sich von Rechtsextremismus
Verfassungsschutz prüft Sicherheitsdienste

 Der Eingang zur Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen.
Der Eingang zur Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Cottbus/Oranienburg. Ausgerechnet die Firma eines rechten Kampfsportlers hat die Gedenkstätte Sachsenhausen bewacht. Von Andrea Hilscher

Die Cottbuser Firma war als Subunternehmer für die Bewachung der Gedenkstätte Sachsenhausen eingesetzt – ohne Zustimmung der Gedenkstättenstiftung. Deren Sprecher Horst Seferens sagt: „Wir wissen bisher nur, dass unser Vertragspartner insgesamt sechs Schichten an den fraglichen Subunternehmer übergeben hat.“ Ob alle sechs Schichten in der Gedenkstätte Sachsenhausen geleistet wurden oder ob auch die Gedenkstätte Ravensbrück betroffen ist, werde derzeit noch geprüft.

Nun soll der Verfassungsschutz die von der Stiftung beauftragten Wachdienste überprüfen. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage bestätigt ein Sprecher des brandenburgischen Innenministeriums eine entsprechende Anfrage. Der Verfassungsschutz könne an der Zuverlässigkeitsüberprüfung im Sicherheitsgewerbe mitwirken. Dabei werden neben den Sachkundenachweisen auch etwaige Vorstrafen der Objektschützer abgefragt.

Der Inhaber der Cottbuser Sicherheitsfirma gilt als einer der zentralen Figuren in der rechtsextremen Szene der Lausitz. Der Amateurboxer hat 2018 zu den Teilnehmern einer Kampfsportveranstaltung von Neonazis im Erzgebirge gehört. Gegenüber der RUNDSCHAU distanziert er sich ausdrücklich von allen rechtsextremen Aktivitäten. „Ich habe im Vorfeld des Kampfes nichts von der politischen Ausrichtung gewusst.“ Eine zweite Anfrage für ein Kampfsportevent im Oktober habe er daher bereits abgelehnt.

Auch die Verwendung eines Firmenwagens mit dem Logo seiner Firma in dem Video eines Rechtsrappers ist nach seinen Aussagen nicht mit ihm abgesprochen gewesen. „Ich verleihe meine Fahrzeuge öfter, um damit noch etwas zusätzliches Geld zu verdienen.“ Seine Firma distanziert sich seit dem Wochenende auf ihrer Internetseite von Extremismus und Gewalt in jedweder Form.

Welche Konsequenzen der Fall für die Geschäftsbeziehungen zwischen dem Hauptunternehmer und der Gedenkstättenstiftung hat, werde juristisch geprüft, erklärt deren Sprecher Horst Seferens. Zum einen dürfe die beauftragte Sicherheitsfirma ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Stiftung keine Subunternehmen einsetzen, zum anderen gebe es eine Extremismusklausel, die der Firma Kontakte zu Personen oder Organisationen verbieten, die dem besonderen Charakter der Gedenkstätten und ihrem Bildungsauftrag entgegenstehen.

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