Durch das Gesetz sehe sich die Universität in ihren Grundrechten auf Wissenschaftsfreiheit und Selbstverwaltung verletzt, so Herrmann. Für den Fachanwalt für Verwaltungsrecht sprechen gute Gründe für den Erfolg der Verfassungsbeschwerde vor dem Landesverfassungsgericht: "Die Auflösung einer Hochschule kann nur ultima ratio sein, wenn die Hochschule und ihre Selbstverwaltungsorgane mit den Problemen nicht zurechtkommen. Davon sind wir angesichts der großen Fortschritte und Erfolge der BTU aber weit entfernt." Eine Entscheidung des Gerichts wird erst im kommenden Jahr erwartet.

"Ich warte noch immer auf eine Begründung, die erklärt, dass das, was in der Lausitz geschieht, nicht willkürlich ist", so BTU-Präsident Prof. Zimmerli. Mit einer Entscheidung des Landesverfassungsgerichts rechnet der Rechtsanwalt der BTU in diesem Jahr nicht mehr. Zimmerli: "Die BTU wird ihre bevorstehende Auflösung nicht tatenlos abwarten. Ergänzend zur Verfassungsbeschwerde beantragen wir eine einstweilige Anordnung des Landesverfassungsgerichts, um zu verhindern, dass durch die Entstehung der Gesamthochschule am 1. Juli 2013 vollendete Tatsachen geschaffen werden."

Seit längerer Zeit wehrt sich die BTU gegen den Zusammenschluss mit der Hochschule Lausitz. Dennoch beschloss der Landtag im Januar auf Betreiben der rot-roten Landesregierung die Fusion und die Neugründung der BTU Cottbus-Senftenberg zum 1. Juli. Eine Entscheidung des Gerichts wird erst im kommenden Jahr erwartet.