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Vereine suchen ein größeres Domizil

Groß Gaglow profitiert von einer guten Infrastruktur mit dem benachbarten Lausitzpark.
Groß Gaglow profitiert von einer guten Infrastruktur mit dem benachbarten Lausitzpark. FOTO: Sparkasse
Groß Gaglow. Als Glücksumstand beschreibt der Groß Gaglower Ortsvorsteher Dieter Schulz den Lausitzpark vor der Haustür des Cottbuser Ortsteils. Auch Schule, Hort und Kita haben für Groß Gaglow eine große Bedeutung. Doch es gibt auch Probleme. Sven Hering

Gut vorbereitet zeigten sich die Groß Gaglower auf den Besuch der Beratungsfirma Cima, die derzeit im Auftrag der Stadt ein Konzept für die ländlich geprägten Cottbuser Ortsteile erstellt. Eine Liste mit Stärken und Schwächen war im Vorfeld vom Ortsbeirat erstellt worden.

So haben die Groß Gaglower ganz klare Vorstellungen darüber, wie sich ihr Ort entwickeln soll. An drei Seiten von Bebauung umschlossen, soll der im Süden vorhandene Freiraum unbedingt erhalten bleiben. Ausnahme ist das geplante Baugebiet "Waldblick". "Wenn weitere Baugrundstücke benötigt werden, dann innerhalb des Ortes auf den Freiflächen südlich des Sportplatzes oder im Bereich der Kleingärten nördlich des Sportplatzes", sagt Ortsvorsteher Dieter Schulz (AUB). Der Ortsteilchef spricht dabei von einer "behutsamen Bebauung". Das sei in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen, ergänzt er. "In der Folge sind Bauten entstanden, die nicht ins Ortsbild passen", so Dieter Schulz. Um so etwas künftig zu verhindern, müsse der Flächennutzungsplan der Stadt zwingend fortgeschrieben werden.

Einem Bauvorhaben würde der Ortsbeirat hingegen sofort zustimmen. So fehlt in Groß Gaglow ein Saal für größere Veranstaltungen. "Wir brauchen einen Raum, in dem auch mal 200 Leute Platz finden", betont der Ortsteilchef. Die Erweiterung des Bürgerhauses wäre eine Option. Zwei Konzepte dafür liegen laut Schulz auch schon vor.

Kita, Grundschule und Hort sind für den Ort enorm wichtig. Und ein Hortneubau wäre dringend erforderlich. Doch nachdem das Land ein Förderprogramm eingestellt hat, fehlt dafür jetzt die finanzielle Basis. "Hier ist ganz einfach Potsdam in der Pflicht", sagt Dieter Schulz.

Auf einen öffentlichen Spielplatz müssen die Groß Gaglower ebenfalls warten. "Dieser sollte mit dem Hortneubau auf der dortigen Fläche installiert werden", verrät der Ortsvorsteher.

Ebenso auf der Wunschliste in Groß Gaglow: Erhalt des Friedhofes mit bezahlbaren Bestattungskosten, Erhalt der Feuerwehr, Sanierung des Sportplatzes, der von Schule und Sportverein genutzt wird. Dorfteich und Denkmalsteich sind zugewuchert. Eine Grundinstandsetzung und eine regelmäßige Pflege wären wichtig, so der Ortsbeirat. Dann könnte der Dorfteich im Winter wieder als Eislauffläche genutzt werden. Die Wasserableitung des Seegrabens sei ebenso ungeklärt. Probleme mit nassen Kellern sind laut Schulz die Folge. Selbst im Lausitzpark hieß es in der Vergangenheit bei starken Regenfällen mehrmals Land unter. "Ein Gutachten zu diesem Problem hat die Stadt in Auftrag gegeben, die Ergebnisse kennen wir aber leider nicht", so Dieter Schulz.

Die Wohngebiete Grötscher Siedlung und Waldblick an der Harnischdorfer Straße sind von der Ortslage abgehängt und nur umständlich zu erreichen. "Hier benötigen wir zumindest einen Geh- und Radweg", so Dieter Schulz. Auch eine Querung Cottbuser Straße/Madlower Chaussee fordern die Groß Gaglower schon seit einiger Zeit. Dabei geht es vor allem darum, dass die Kinder sicher zur Schule gelangen. In der Chausseestraße wünschen sich die Groß Gaglower häufigere Geschwindigkeitskontrollen. Tempo 30 werde dort oft ignoriert, sagt Dieter Schulz. Doch weil die Straße kein Unfallschwerpunkt sei, würden die Groß Gaglower regelmäßig mit ihren Anliegen abblitzen.

Was soll noch im Ortsteilkonzept stehen? Die Groß Gaglower wünschen sich ein höheres Ortsteilbudget. "Es müsste auch möglich sein, dass wir darüber investive Maßnahmen fördern", sagt Dieter Schulz. "Ich hoffe, dass das Konzept am Ende nicht nur Papier bleibt, sondern dass das eine oder andere auch umgesetzt wird", so das Fazit des Groß Gaglower Ortsvorstehers. Dieter Schulz ergänzt: "Das hängt aber am Ende alles vom Geld ab."

Die nächsten Ortsteilgespräche finden am heutigen Mittwoch, 19 Uhr, in Kiekebusch und am Donnerstag, 28. Januar, um 19 Uhr in Kahren statt.