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| 15:36 Uhr

Tarifstreit
Verdi will West-Gehälter am CTK

 Das Servicepersonal am Thiem-Klinikum kämpft für mehr Lohn, auch für fest angestellte CTK-Mitarbeiter beginnen die Tarifverhandlungen.
Das Servicepersonal am Thiem-Klinikum kämpft für mehr Lohn, auch für fest angestellte CTK-Mitarbeiter beginnen die Tarifverhandlungen. FOTO: Ver.di / Ralf Franke
Cottbus. Die Klinikleitung fordert eine ausreichende Finanzierung durch das Land.

Den gesamten Dezember über hielten die Mitarbeiter der Thiem-Service-GmbH die Klinikleitung mit ihren Warnstreiks in Atem, jetzt droht schon der nächste Konflikt: Die Gewerkschaft Verdi fordert für die rund 2000 nicht ärztlichen Beschäftigten und die Auszubildenden am CTK die vollständige Übernahme der Tarifverträge für den öffentlichen Dienst (TVöD).

Das Carl-Thiem-Klinikum ist akademisches Lehrkrankenhaus der Berliner Charité und mit 1200 Betten das größte Krankenhaus im Land Brandenburg. Die Stadt Cottbus ist Eigentümerin der Carl-Thiem-Klinikum Cottbus gGmbH. Der bestehende Haustarifvertrag wurde nach Gewerkschaftsangaben zum 31. Dezember 2018 gekündigt. Die Tarifverhandlungen sollen am 23. Januar 2019 beginnen.

Das Entgeltniveau am CTK liegt laut Verdi zurzeit rund sieben Prozent unter dem Niveau des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes. Der Abstand steige zum 1. April 2019 auf  zehn Prozent,  weil sich dann die Entgelte des öffentlichen Dienstes um mehr als drei Prozent erhöhen. Bei den Auszubildenden (Schülern der Gesundheits- und Krankenpflege und der Entbindungspflege) im CTK beträgt der Abstand sogar 16 Prozent und steigt zum 1. März auf rund 21 Prozent. Mit der Tarifforderung soll 28 Jahre nach der deutschen Einheit beim CTK die Ost-West-Angleichung vollzogen werden. „Es gibt keine nachvollziehbare Begründung, warum eine Krankenschwester, eine Physiotherapeutin oder eine Pflegeschülerin im Carl-Thiem-Klinikum nicht das gleiche Entgelt erhalten soll, wie bei der Charité oder bei den Vivantes-Kliniken in Berlin“, so Ralf Franke, Verhandlungsführer auf Gewerkschaftsseite.

Götz Brodermann, Geschäftsführer des Klinikums, hatte allerdings bereits beim letzten Bürgerdialog im Stadthaus gesagt, dass er „zum Teil auch auf dem Rücken der Mitarbeiter“ sparen müsse. „Es ist einfach zu wenig Geld im System“, so Brodermann. Das Land gebe jährlich 100 Millionen Euro in die Krankenhausfinanzierung, benötigt würden aber 240 Millionen.

(hil)