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Gewerkschaftsaktion
Protest gegen Arbeitsüberlastung im CTK

Nur ein paar Mitarbeiter des Carl-Thiem-Klinikums beteiligten sich an der gestrigen Verdi-Aktion.
Nur ein paar Mitarbeiter des Carl-Thiem-Klinikums beteiligten sich an der gestrigen Verdi-Aktion. FOTO: Elsner / LR
Cottbus. Verdi-Aktionstag „Grenzen setzen“ vorm Haupteingang des Carl-Thiem-Klinikums.

(ue) Mitarbeiter des Carl-Thiem-Klinikums haben gestern Vormittag vor dem Haupteingang des CTK gegen Arbeitsüberlastung im Krankenhaus protestiert. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte unter dem Motto „Gemeinsam Grenzen setzen“ zu bundesweiten  Aktionen aufgerufen. Nach einer Verdi-Erhebung müssten es für eine sichere und gute Versorgung bundesweit 162 000 Stellen in Krankenhäusern mehr geben, darunter allein 70 000 Stellen für Pflegekräfte.

Regelmäßig würden Schwestern aus ihrer Freizeit in den außerplanmäßigen Dienst gerufen, so Verdi-Sekretärin Heike Plechte. „Die Leute arbeiten und keulen und haben dennoch kein gutes Gefühl“, berichtete sie. „Weil Patienten nicht optimal versorgt werden können“, sagte eine Krankenschwester, die ihren Namen nicht nennen wollte, über die Gründe.  „Man geht auch gern auf Arbeit. Aber dann wird man von zehn Seiten gleichzeitig angesprochen und kann doch nur nach einem gucken.“

Ein Mehraufwand für die Dokumentation belaste das knappe Zeitbudget obendrein, ergänzte eine Kollegin. Zeit, um mit den Patienten zu reden, bleibe nicht. Verdi sieht in dieser Situation eine gesundheitliche Belastung für die Pflegekräfte. „Es muss genug Personal zur Verfügung stehen, damit Patienten gesund und Pflegekräfte nicht selbst krank werden“, betonte Heike Plechte.