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| 10:00 Uhr

Vollzug des Haftbefehls ausgesetzt
Verdächtiger im Cottbuser Mordfall Gerda K. ist auf freiem Fuß

 Das Landgericht Cottbus. Die Jugendkammer hat entschieden, dass der Tatverdächtige im Fall Gerda K. vorerst aus der Untersuchungshaft entlassen wird.
Das Landgericht Cottbus. Die Jugendkammer hat entschieden, dass der Tatverdächtige im Fall Gerda K. vorerst aus der Untersuchungshaft entlassen wird. FOTO: LR / Jan Augustin
Cottbus. Nach der Verhandlung um den Mord an der 82-jährigen Gerda K. am Dienstag hat die Jugendkammer des Landgerichts Cottbus entschieden, dass der Haftbefehl gegen den Angeklagten außer Vollzug gesetzt wird.

„Am Ende des Termins hat die 3. Große Strafkammer – Jugendkammer – des Landgerichts Cottbus den Beschluss verkündet, dass der Haftbefehl gegen den Angeklagten gegen Auflagen und Weisungen außer Vollzug gesetzt wird“, wie Frank Merker, Vorsitzender Richter und Pressesprecher des Landgerichts Cottbus informiert.

Dem Angeklagten wurde vorgegeben, wo er sich ab jetzt aufhalten soll. Außerdem muss er sich täglich, außer an den Tagen, an denen die Verhandlung stattfindet, bei einer Polizeidienststelle melden und pünktlich zu den Hauptverhandlungsterminen erscheinen.

Die Begründung der Jugendkammer für das vorübergehende Aussetzen des Haftbefehls: Der Angeklagte befinde sich seit mehr als zwei Jahren und vier Monaten in Untersuchungshaft und ein kurzfristiger Verfahrensabschluss sei nicht absehbar. Deshalb habe sich die Kammer, unter Berücksichtigung des Alters des Angeklagten und trotz der Tatsache des nach wie vor bestehenden dringenden Tatverdachts, entschieden, dass die Untersuchungshaft auch unverhältnismäßig ist.

„Die erteilten strengen Auflagen erscheinen der Kammer ausreichend, um der weiterhin bestehenden Fluchtgefahr entgegenzuwirken“, heißt es in der Mitteilung des Landgerichts weiter. Gegen die Entscheidung der Kammer könne das Rechtsmittel der Beschwerde eingelegt werden.

Der Angeklagte sei Dienstagnachmittag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der nächste – nichtöffentliche - Hauptverhandlungstermin ist für den 12. Juli vorgesehen.

Im Dezember 2016 wurde die Rentnerin tot in ihrer Wohnung gefunden. Dem Angeklagten wird vorgeworfen Gerda K. getötet zu haben, um Geld und Wertgegenstände zu entwenden.

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(red/lsc)