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| 17:11 Uhr

Kriminelle in Guhrow
Neue Attacke auf Biobauer

 Marcus Schilka mit dem Traktor Claas 460 Arion. Unbekannte haben Zucker in den Tank gefüllt, der Trecker ist nicht mehr fahrtüchtig.
Marcus Schilka mit dem Traktor Claas 460 Arion. Unbekannte haben Zucker in den Tank gefüllt, der Trecker ist nicht mehr fahrtüchtig. FOTO: Michael Helbig
Guhrow. Erst zerstören Unbekannte dem Rinderzüchter Marcus Schilka 130 Ballen Silage, jetzt wurden ihm zwei Fahrzeuge lahmgelegt. Vandalen haben dem Landwirt Zucker in die Tanks gestreut. Warum er Opfer dieser Angriffe wurde, ist dem Mann aus Guhrow ein Rätsel. Von Andrea Hilscher

Er ist am Boden zerstört. Der Biobauer Marcus Schilka (36) ist zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage Opfer einer bösartigen Attacke geworden. Als ihm Unbekannte 130 Ballen Silage aufgeschlitzt haben, hatte er bereits die Vermutung, dass es sich dabei nicht um einen Dumme-Jungen-Streich handelt. Jetzt ist die Vermutung zur Gewissheit geworden. „Da hat es jemand gezielt auf mich und meinen Hof abgesehen“, sagt Schilka.

Als er morgens seinen Trecker in Gang setzte, lief die Maschine zunächst unauffällig, fing dann aber an zu stottern. Schließlich ging der Motor aus. Schnell stellte sich heraus: Ursache für die Panne war Zucker im Tank. Die Kristalle des Zuckers setzen sich während der Fahrt in verschiedenen Düsen und Filtern ab und können dort zerstörerisch wirken.

Motorschaden und 700 Liter Diesel unbrauchbar

Marcus Schilka vermutet einen teuren Motorschaden, muss erst einmal auf seinen Trecker verzichten. „Zum Glück waren wir gewarnt und haben unseren Mähdrescher nicht gestartet sondern vor dem Start geprüft, ob der auch manipuliert wurde“, sagt Schilka. Tatsächlich fand sich auch in dem Tank der Landmaschine Zucker. „Ich musste den kompletten Diesel ablassen, immerhin 700 Liter“, stöhnt der Biobauer.

Für ihn sind die beiden Attacken existenzbedrohend. „Ich mache mir große Sorgen, wie ich das alles verkraften soll – und ob sich das alles überhaupt noch lohnt“, sagt Schilka. Mit Freunden und Familie sucht er nach Lösungsmöglichkeiten, um die finanziellen Schäden auszugleichen und seinen Tierbestand von aktuell 120 Rindern auch weiterhin optimal zu versorgen.

Die Dürre allerdings erschwert die Situation für den Landwirt. Heu und Silage sind Mangelware, wer Futter zukaufen muss, zahlt inzwischen horrende Summen.

Schilka bewirtschaftet rund 250 Hektar. Die Hälfte davon nutzt er als Weideflächen für seine Deutsch Angus-Rinder, die übrigen Flächen nutzt er als Anbaufläche für Getreide, Sonnenblumen, Ackerfutter.

Rätselhafte Attacken

Schilka ist Biobauer aus Überzeugung und hängt an seinen Tieren. Er setzt auf tierfreundliche Haltungsbedingungen, engagiert sich im Bauernbund für einen praktikablen Umgang mit der Wolfspopulation in Südbrandenburg und engagiert sich auch in der Gemeindevertretung in Guhrow. Was nun zu den beiden Attacken auf ihn und seinen Hof geführt hat, ist ihm ein Rätsel. „Ich weiß nicht, wo das herkommt und ich weiß nicht, wie wir damit umgehen“, sagt er.

Die Polizei war wegen beider Zwischenfälle vor Ort und hat seine Anzeigen aufgenommen. Er hofft, dass sie Hinweise auf die Täter finden. Auch über die Sozialen Netzwerke sucht er nach möglichen Zeugen. „Es würde ja schon helfen, wenn wir wissen, warum das alles passiert.“ Bisher aber bleiben nur Spekulationen. Neider, vermuten einige seiner Freunde, andere tippen auf radikale Tierschützer. Belastbare Hinweise fehlen allerdings.

Unbekannte vernichten Futtervorrat eines Rinderzüchters

 Die aufgeschlitzten Futterballen verderben in der momentanen Hitze rasch. Als Winterfutter sind sie verloren.
Die aufgeschlitzten Futterballen verderben in der momentanen Hitze rasch. Als Winterfutter sind sie verloren. FOTO: Schilka Marcus