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| 02:33 Uhr

US-Pferdestärken auf der Sandbahn

Amerikanisches Flair: Auf der 400 Meter langen Sandbahn-Strecke waren 23 Fahrzeuge unterwegs.
Amerikanisches Flair: Auf der 400 Meter langen Sandbahn-Strecke waren 23 Fahrzeuge unterwegs. FOTO: Helbig
Cottbus. Das war so recht nach dem Geschmack des Publikums. Tollkühne Männer wühlten sich mit ihren PS-starken US Cars und -Bikes ab dem Baujahr 1925 beim ersten "Rust Revial" während des Wettbewerbes "Dirt Track Race" durch die vier mal vierhundert Meter lange Sandbahn auf dem Motorsportgelände am Hänchener Weinberg. Michael Helbig

Es roch nach Benzin, es staubte, und es lärmte gewaltig.

Das gefiel auch Tobias Jäkel aus Luckau, der mit seinem Sohn Franz (9) und Freunden extra nach Hänchen gekommen war, um das Spektakel mitzuerleben. "Am 1. Mai waren wir beim Sandbahnrennen in Hindenberg, und da lag der Flyer für die heutige Veranstaltung aus", erzählte er während der spannenden Wettkämpfe, bei denen jene die Nase vorn hatten, deren Oldtimer-Motoren am längsten durchhielten und deren Fahrer das größte Geschick beim Durchfahren der zahlreichen Kurven bewiesen. "Es macht Spaß, den Autos und den Motorrädern bei ihren Rennen über die staubende Sandbahn zuzugucken."

Überhaupt schwebte am Wochenende amerikanische Lebensart über dem Hänchener Weinberg. So gab es die eine oder andere Frau, die stilecht im Petticoat über das Festivalgelände spazierte, und Danilo Lottra vom Gaststättenbetrieb Helmut Czelinski aus Zahsow hatte neben den traditionellen Thüringer Rostbartwürsten, Steaks und Bouletten echte amerikanische Burger auf den Grill gezaubert.

Die Blicke der Besucher zog natürlich der 6,70 Meter lange, 2,25 Meter hohe und 236 PS starke Ford F 350 von Rico Wingelsdorf aus Drebkau auf sich. "Der Ford stammt aus Kanada, und ich habe ihn nun seit sechs Jahren. Als er nach Europa verschifft werden sollte, passte er nicht in den Container, also hat man einfach die Hinterräder abmontiert. Ich musste mir dann erst einmal neue Hinterräder besorgen und ihn wieder fahrbereit machen", erzählte Kfz-Sachverständige. Auch neu lackiert habe er ihn. Unübersehbar war auch das 8,20 Meter lange Wohnmobil GMC Pac Arrow, Baujahr 1979, von Henry Schulz aus Cottbus, der mit seinen Freunden nach Hänchen gekommen war. "Gefunden haben wir das Wohnmobil in Berlin. Dort hatten zwei ältere Herren es als Gartenlaube genutzt", sagte Henry Schulz, der in einer Kfz-Werkstatt arbeitet. "Wir mussten es erst einmal von eingewachsenem Grünzeug befreien, haben es dann fahrbereit gemacht und beim dritten Besuch in Berlin abgeholt. Ein dreiviertel Jahr hat es gedauert, das Wohnmobil wieder herzurichten." Platz gibt es bei dem 7,4-Liter Benziner, dessen Haupttank 300 Liter Benzin und der Reservetank noch einmal 100 Liter fassen, reichlich. Mitfahren können fünf Personen, Platz zum Schlafen haben in dem historischen Gefährt sechs.

Zufrieden waren die beiden Veranstalter des ersten "Rust Revival Festivals" in Hänchen, Ronny Urban aus Burg und Mark Lobedan aus Limberg. "Amerikanische Fahrzeuge sind unser Hobby, wir hatten heute attraktive Wettbewerbe, und wir denken, auch die Zuschauer waren mit dem Start des ersten Festivals zufrieden." Über einen interessanten Nebeneffekt freute sich Patrick Burkhardt vom gastgebenden Motorsportclub MC Hänchen. "Wir haben extra eine Kinderhindernisstrecke für kleine Cross-Motorräder und Quads mit Kurven und Sprunghügeln gebaut und freuen uns darüber, dass sie von unserem Motorsportnachwuchs gut genutzt wird. Kinder und Jugendliche sind bei unserem Training an jedem Mittwoch von 17 bis 19 Uhr willkommen."