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Update: Verdacht gegen Cottbuser Klinik-Chef

“Es herrschte Chaos. Totaler Stau und nirgends Polizei. Die Leute schlugen und traten auf mein Auto ein.„
“Es herrschte Chaos. Totaler Stau und nirgends Polizei. Die Leute schlugen und traten auf mein Auto ein.„ FOTO: Hilscher
Cottbus. Nach RUNDSCHAU-Recherchen besteht ein Verdacht auf Unregelmäßigkeiten bei Auftragsvergaben durch den mittlerweile beurlaubten Chef des Carl-Thiem-Klinikums in Cottbus. Nun werden die Bücher genauer geprüft. Simone Wendler

Hintergrund der Beurlaubung des Geschäftsführers des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums (CTK), Andreas Brakmann, soll nach RUNDSCHAU-Recherchen ein Verdacht auf Unregelmäßigkeiten bei freihändigen Vergaben von Aufträgen sein - also ohne förmliche Ausschreibung. Anhaltspunkte dafür soll die Stadt als Eigentümerin der Klinik einem Prüfbericht entnommen haben. Deshalb ist eine gründliche Recherche der Geschäftsvorgänge angeordnet worden. Das Ergebnis soll am 11..April dem CTK-Aufsichtsrat vorgelegt werden.

Die Stadt gibt zu den Gründen für Brakmanns Beurlaubung (die RUNDSCHAU berichtete) im Moment keine Auskünfte. "Wir werden uns nicht an den unweigerlich auftauchenden Spekulationen beteiligen", sagte Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD) am Mittwoch vor den Cottbuser Stadtverordneten. Diese Zurückhaltung sei auch mit dem Blick auf etwaige juristische Auseinandersetzungen begründet. Brakmann ließ eine LR-Anfrage zu seiner Beurlaubung unbeantwortet. Über den Verdacht auf Verstöße gegen Vergabevorschriften hinaus ist ein Teil der CTK-Belegschaft nach LR-Informationen unzufrieden mit Brakmanns Führungsstil. Dieser wird von Mitarbeitern als als diktatorisch und eigenmächtig bezeichnet. Das Ausscheiden mehrerer angesehener CTK-Mediziner wird ihm angelastet. An einer Thüringer Klinik, wo Brakmann vor seinem Wechsel nach Cottbus Geschäftsführer war, hatten ebenfalls mehrere Fachärzte binnen kurzer Zeit gekündigt.