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Unterwasserwelten mit Mallorca-Feeling

In Sachen Raumdesign für Bowlingbahnen gilt Frank Brodowski als die Nummer 1 in Deutschland. Doch für den Cottbuser Airbrush-Künstler ist das kein Ruhekissen. Längst tragen fantasievolle Spielwelten die Handschrift des 35-Jährigen. Brodowskis neueste Idee: Styropor-Badeinseln mit einem kleinen Bungalow. Die erste soll bereits zu Sommerbeginn auf dem Laasower See bei Vetschau zu sehen sein. Von Ulrike Elsner

Was 1996 mit „F-B-Design“ seinen Anfang nahm, kann als Cottbuser Erfolgsmodell gelten. „Elf Jahre sind für eine kleine Werbefirma ganz gut“ , meint der Chef der Dekowerkstatt „Mimikry“ schmunzelnd. Derzeit gehören drei Mitarbeiter und ein Lehrling zum Team.
Der Bowling-Bahn-Gestalter hat seine Spur durch den deutschsprachigen Raum und Osteuropa gezogen. Die Freizeitoase in Cottbus trägt ebenso seine Handschrift wie Hallen in Günzburg, Kassel, Bieberach, Düsseldorf, Vilnius, Zürich oder Belgrad.
In seinem Bemühen um immer größere Perfektion hat Brodowski das so genannte Schwarzlicht-Design entwickelt, ein Bild-in-Bild-Verfahren, das neben einer Tageslicht-Variante ein ganz anderes nächtliches Erscheinungsbild bietet.
Brodowski ist fast ständig auf Achse. „Heute fahre ich noch nach Hameln, und nächste Woche bin ich in Kroatien“ , erzählt der 35-Jährige. Dabei hat er sich längst neue Arbeitsgebiete erschlossen. Spielparks beispielsweise. Im A10-Center hat er das 4000 Quadratmeter große Bamboo-Land gestaltet. Die Illusion des allein mit Farbe auf den Fußboden aufgebrachten Meeres ist dabei so echt, dass die Kinder ihre Eltern schon mal warnen: „Pass auf, tritt nicht ins Wasser.“ Das gefällt Brodowski. Steht doch sein Firmenname „Mimikry“ für das Chamäleon-Prinzip, für seine Fähigkeit, sich in Form, Färbung und Zeichnung der natürlichen Umgebung anzupassen.
Sein größtes Projekt ist die Campo-Arena in Hannover, ein Freizeitpark mit Kletteranlagen, imitierten Rasenflächen und Wolkendesign. Brodowski hat Unter- und Überwasserwelten gestaltet, die Toscana- und Mallorca-Feeling aufkommen lassen.
Wie er seine Ideen findet? „Es braucht mir nur jemand ein Stichwort zu geben, dann sprudelt es aus mir heraus“ , bekennt der gelernte Schlosser, der auf künstlerischem Gebiet Autodidakt ist.
Als Triebkraft für seine Arbeit bezeichnet er die „Faszination, die davon ausgeht, Farben in einer Art anzuwenden, wie es bisher noch keiner getan hat“ . Der Besucher der neuen Firmenräume an der Drewitzer Straße im Cottbuser Osten erhält Anschauungsunterricht, wie das mit den Farben zu verstehen ist. Schäfchenwolken an der Decke und rankendes Grün anstelle einer Stuck-Kante sorgen für eine anheimelnde Atmosphäre.
Dass alles so echt aussieht, hängt wohl damit zusammen, dass Brodowski stets mit offenen Augen durch die Natur geht. „Ich schaue, wie wächst ein Baum, wie verläuft die Horizontlinie und was gibt es für Wolkenarten“ , sagt er.
Die besten Ideen entstünden allerdings immer dann, wenn er an Grenzen stoße. Weil dem Airbrush-Künstler das ständige Karibik-Flair mit der Zeit langweilig wurde, habe er im Mallorca-Urlaub genauer hingeschaut, wie die Gischt sich am Felsen bricht. „Ich bin praktisch immer am Arbeiten“ , sagt der Cottbuser, dessen Gedächtnis bei Autofahrten ganz nebenbei die Linienführung der Felder am Straßenrand speichert.
Die Firmengeschichte ist allerdings nicht nur eine Aneinanderkettung von Erfolgen. „Vor drei Jahren stand ich vor dem Crash“ , erzählt Frank Brodowski. Der Grund seien unseriöse Praktiken eines Geschäftspartners gewesen. Doch Aufgeben scheint im Wortschatz des Unternehmers nicht vorzukommen. Seine Strategie war klar: „Die Firma vorübergehend runterfahren, auf die Arbeit konzentrieren und das Airbrushing perfektionieren“ .
Brodowski weiß, was er kann, und er weiß auch, wann ein neues Kapitel beginnen muss. Weil die Airbrush-Technik ohne giftige Dämpfe und Feinstaub-Belastung nicht zu machen ist, hat er sich neue Tätigkeitsfelder erschlossen, hat eine moderne Druckmaschine und eine Styropormaschine mit Fräsvorrichtung angeschafft. Mit seiner Arbeit zeigt er, welche enormen Möglichkeiten in der Kombination von Großdruck, Airbrush-Design und dreidimensionalen Körpern aus Styropor liegen. Bei Frank Brodowski kommt das alles aus einer Hand.
Dabei ergeben sich immer neue Entwicklungen. Aus Styropor entstanden zuerst fröhliche überdimensionale Figuren, „Ein 3,20 Meter großer Teddy und ein fünf Meter langer Haifisch sind für mich kein Problem“ , sagt der Gestalter. Und weil Styropor schwimmt, sei er schließlich auf die Badeinseln gekommen. Auf denen werde man sogar übernachten können.
Cottbus sieht der Unternehmer als den ideale Firmensitz an. „Ich bin hier groß geworden und ich mag die Stadt“ , sagt er. Andererseits befinde er sich „genau in der Mitte“ . „Hier hat man den Osten und den Balkan vor der Tür und kann genauso gut im Westen arbeiten.“