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Unterricht bei einem Weltmeister

Mit einer Mischung aus Spaß und Disziplin unterrichtet Mario Steinmetz seit 2006 an der Cottbuser Academy of Music.
Mit einer Mischung aus Spaß und Disziplin unterrichtet Mario Steinmetz seit 2006 an der Cottbuser Academy of Music. FOTO: Jenny Theiler
Cottbus. "Stellt euch bitte auf, wir üben jetzt noch mal den Watch me", ruft Mario Steinmetz seinen jungen Schülern über die Schulter. Vor der Spiegelwand in einem Unterrichtsraum der Cottbuser Academy of Music reihen sich neun tanzwillige Jungs und ihr Lehrer auf, um den nächsten Step, also Tanzschritt, zu trainieren. Jenny Theiler

Was wie ein Element aus einer Kampfsportart aussieht, ist ein wesentlicher Bestandteil des Breakdance, den Weltmeister Mario Steinmetz unterrichtet.

Es ist die erste Unterrichtsstunde nach den Ferien, und doch sind die sieben- bis zehnjährigen Jungen hoch motiviert. "Ich habe über die Ferien vergessen, wie der Two-Step geht", meldet sich ein junger Breakdancer zu Wort. Kein Problem!

Um noch einmal das Wichtigste zu wiederholen und den Gruppenzusammenhalt zu stärken, trainieren in der nächsten Viertelstunde drei Gruppen mit jeweils drei Schülern selbstständig. "Das ist eben Mario! Herumsitzen gibt es bei ihm nicht", lobt Schulleiterin Katherina Bärwinkel den frisch gebackenen Weltmeister.

Am 25. August fand die diesjährige Weltmeisterschaft der United Dance Organisation (Udo) im schottischen Glasgow statt. Zusammen mit der Potsdamer Streetdancegruppe "Respect" ertanzte sich der 47-Jährige den Weltmeistertitel in der Kategorie Parents (über 30). Seit 2014 trainiert Mario Steinmetz schon für die Weltmeisterschaft und konnte zusammen mit "Respect" auch schon einige Titel gewinnen. Mit dem großen Sieg Ende August beginnt für den gebürtigen Cottbuser ein neuer Abschnitt. "Mein Traum hat sich erfüllt. Ich will beim Nationalteam aufhören, bin aber als Trainer mit meinen Wettkampfgruppen weiterhin unterwegs", erklärt Mario Steinmetz.

Momentan unterrichtet der Weltmeister acht Tanzgruppen im Bereich Hip-Hop/Breakdance an der Academy of Music. Das sind ungefähr 70 Kinder im Alter von sechs bis 18 Jahren, die neben Bewegung und Spaß auch eine wichtige Lektion in Disziplin und Körperbeherrschung erfahren. "Ich versuche, beim Unterrichten einen Mittelweg zu finden. Der Spaßfaktor ist sehr wichtig, aber die Disziplin natürlich auch", räumt Mario Steinmetz ein. Während sich der Hip-Hop-Tanzstil stärker auf choreografierte Schrittfolgen konzentriert und vor allem bei Mädchen sehr beliebt ist, stehen beim Breakdance mehr Freestyle und Akrobatik im Vordergrund. Der ganze Körper arbeitet mit dem Boden. "Nächste Woche üben wir noch mal die Windmühle", verspricht Mario Steinmetz. Die Königsdisziplin des Breakdance erfordert viel Ehrgeiz, Training und Durchhaltevermögen. "Ich möchte meine Erfahrungen an die Kinder weitergeben. Sie sollen lernen, dass sie mit einem Ziel vor Augen alles erreichen können", erzählt Mario Steinmetz und geht mit gutem Beispiel voran.

Mario Steinmetz hat sich den Weltmeistertitel ertanzt.
Mario Steinmetz hat sich den Weltmeistertitel ertanzt. FOTO: Guido Reiche