| 02:33 Uhr

Unternehmer von morgen

Unterstützt von Handwerksmeistern, haben sich Steenbeck-Schüler als Unternehmer erprobt.
Unterstützt von Handwerksmeistern, haben sich Steenbeck-Schüler als Unternehmer erprobt. FOTO: Elsner
Cottbus. Unternehmer für einen Tag waren gestern rund 25 Elftklässler des Max-Steenbeck-Gymnasiums bei der Innovationsregion Lausitz GmbH in Cottbus. Auf Einladung der Handwerkskammer (HWK) schlüpften sie in die Rolle von Unternehmern und sahen sich dabei mit Fragen konfrontiert, vor denen vor allem die Inhaber kleiner und mittlerer Betriebe hierzulande immer wieder stehen. Ulrike Elsner

Es ging unter anderem darum: Wie finde ich den passenden Nachfolger? Welche Qualifikationen sind wichtig, wer kann die Mitarbeiter motivieren und wie geht man die Herausforderungen der Zukunft an?

In kleinen Video-Spielszenen wurden verschiedene Unternehmertypen vorgestellt. Die Schüler konnten sich selbst ein Urteil bilden, welche Eigenschaften erfolgreich machen. Dabei gab es keine einfache Lösung. Marie Uibel hat beispielsweise eine Kombination von Veronika und Heiko mit Visionen, hoher Qualifikation und Führungsqualitäten favorisiert. "Veronika hat auf Nachhaltigkeit geachtet und den Produktionsablauf umweltfreundlich gestaltet", fasste sie zusammen. "Heiko wollte Marktführer werden und war sehr innovativ."

Marie Uibel möchte Marketingmanagement studieren. Würde sie auch den Schritt in die Selbstständigkeit wagen? "Selbstständig zu sein, ist natürlich interessanter", sagte die 17-Jährige im RUNDSCHAU-Gespräch. Bevor sie so eine Entscheidung treffe, wolle sie aber erst einmal in einer Firma Erfahrungen sammeln.

Konrad Klemba (16) fand es nach eigenen Worten "interessant zu erfahren, nach welchen Kriterien der Leiter eines Unternehmens bewertet wird". Besonders gefallen habe ihm die Möglichkeit mitzudiskutieren. Mehr Spielraum, um selbst aktiv zu werden, wünschte sich hingegen Lina Stracke. Die 16-Jährige hatte sich auf Gruppenarbeit eingestellt.

Veronika Martin von der Handwerkskammer zeigte sich am Ende des medialen Rollenspiels erfreut über das offensichtliche Interesse der Jugendlichen am Unternehmertum. "Das war toll", sagte die HWK-Sprecherin. "Wir möchten das Angebot gern fortsetzen."

Auch Metallbaumeister Mario Jurisch, der ebenso wie Daniel Naumann, Gesellschafter der Orthopädie-Schuhtechnik Naumann OHG Cottbus, den Schülern mit seinen Erfahrungen zur Seite stand, sparte nicht mit Lob. "Was ich heute erlebt habe, hat mir sehr gut gefallen", sagte er der RUNDSCHAU. "Ich würde mich freuen, jemanden von diesen jungen Leuten ausbilden zu dürfen." In letzter Zeit hatte der Kolkwitzer Unternehmer schlechte Erfahrungen mit Praktikanten und Azubis gemacht: "Sie haben meine Erwartungen nicht erfüllt. Gefehlt haben Motivation, Pünktlichkeit, Einsatzbereitschaft und Engagement."

Daniel Naumann konstatierte: "Für die Wirtschaft ist es wichtig, dass das duale Studium Fahrt aufnimmt." Bei Lehrstellenbewerbern hat der Firmenchef in jüngster Zeit allerdings große Defizite ausgemacht und deshalb kürzlich einen polnischen Lehrling eingestellt.