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| 17:47 Uhr

Stadtpolitik
Unsicherheiten und Gerüchte in Kiekebusch

Der Ortsrundgang durch Kiekebusch mit Oberbürgermeister Holger Kelch (3.v.r.) klärte viele offene Fragen.
Der Ortsrundgang durch Kiekebusch mit Oberbürgermeister Holger Kelch (3.v.r.) klärte viele offene Fragen. FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. OB Holger Kelch (CDU) kann beim Ortsrundgang einige offene Fragen klären. Andere bleiben. Von Andrea Hilscher

So richtig gut sind die Kiekebuscher nicht auf ihren Oberbürgermeister zu sprechen. Zu tief sitzt bis heute der Ärger über die Zwangseingemeindung des Cottbuser Ortsteils. Auf einem Rundgang mit Stadtverordneten, Vereinschefs und Vertretern von Ortsbeirat und Bürgerverein gab es denn auch einige bittere Kommentare. „Bevor Cottbus kam, hatten wir intakte Straßen, einen Sozialarbeiter, einen Gemeindearbeiter und eine eigene Grundschule“, so die Anwohner. Jetzt sei alles gestrichen, man müsse höhere Gebühren zahlen und bekomme dafür am Ende weniger Leistungen.

Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) zeigte Verständnis dafür, dass Jahre des Sparens oft schwer auszuhalten seien. „Aber dass für Kiekebusch alles teurer geworden ist, stimmt nicht“, betonte der OB. Einen Großteil der Schulden des früheren Abwasserzweckverbandes würden jetzt die Cottbuser mittragen und Kiekebusch so entlasten.

Auch bei einem anderen drängenden Problem der Anwohner konnte Kelch kontern: Groß war die Sorge im Ort, dass das derzeitige Gemeindezentrum im alten Schulgebäude aufgelöst und verkauft werden könnte. Eine zufällige Verkettung verschiedener Treffen, Planungsansätze und Ideen hatte zu einem wirren Gerüchtedschungel geführt.

Fakt 1: Das derzeitige Gemeindezentrum wird nicht verkauft. Ein Gasanschluss wurde nicht etwa zur Wertsteigerung des Objektes gelegt – Gas ist einfach praktischer als Kohle oder Nachtspeicheröfen.

Fakt 2: Im Zuge der Umstrukturierung der freiwilligen Feuerwehren im Süden liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, das alte Schulgebäude  mit einem Doppelcarport auszustatten und die Feuerwehrtreffen hier abzuhalten. Das alte Gerätehaus könnte von einem privaten Verein übernommen werden.

Fakt 3: Im Immobilienamt hatte es Überlegungen gegeben, die Funktionen des Gemeindezentrums im Gebäude der Gaststätte Spreeperle zu bündeln. Dann – und nur dann – hätte man den jetzigen Spielplatz verlegen müssen. Hans Limberg vom Immobilienamt: „In einer Beratung war dabei die Idee aufgekommen, man könnte das Gelände des früheren Friedhofes dafür nutzen.“ Da aber die Kiekebuscher dieses Areal immer noch als Ruhestätte ihrer Angehörigen betrachten, ist dieser Plan vom Tisch. Und auch die Entwicklung der Spreeperle zum Gemeindezentrum wird von den Einwohnern abgelehnt. Sie wollen im alten Schulhaus bleiben. Dann, so regte der OB an, könnte es sich sogar lohnen, dort einen Anschluss für Wlan zu legen, um Jugendclub, Volkssolidarität, Feuerwehr, Bürgerverein und Ortsbeirat die Kommunikation zu erleichtern.

Unsicherheiten über die Zukunft des Funkmastes – will Kelch aufgreifen: Der Funkmast der Deutschen Bahn steht im Verdacht, für eine Häufung von Krebserkrankungen im Ort verantwortlich zu sein. Ein weiteres Thema: Über eine Urnengemeinschaftsanlage auf dem Friedhof wird spätestens 2019 beraten.