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| 02:35 Uhr

Unmut über höhere Kammerbeiträge der HWK Cottbus

Handwerker wie dieser Tischler erhalten derzeit Bescheide über die fälligen Kammerbeiträge. Foto: Fotolia
Handwerker wie dieser Tischler erhalten derzeit Bescheide über die fälligen Kammerbeiträge. Foto: Fotolia FOTO: Fotolia
Cottbus. Die Vollversammlung der Handwerkskammer Cottbus hat am 28. November 2011 die neuen Beiträge beschlossen. Einige Handwerker müssen nun ein Vielfaches des früheren Satzes für ihre Mitgliedschaft in der Kammer zahlen. Das sorgt für Unmut. Nicole Nocon

In diesen Tagen verschickt die Handwerkskammer Cottbus an ihre Mitglieder die Bescheide über die fälligen Kammerbeiträge. Auch der Drebkauer Handwerksmeister Olaf Klopsch hat vor wenigen Tagen Post bekommen. In dem Umschlag erwartete ihn eine unangenehme Überraschung: "Entsprechend der neuen Beitragsordnung soll ich nun ein Vielfaches des früheren Regelsatzes zahlen. Bisher wurde pro Jahr ein einheitlicher Mitgliedsbeitrag von 180 Euro fällig. Jetzt soll ich 519 Euro bezahlen", ärgert sich der Inhaber eines Schmiede- und Metallbaubetriebs. Er habe sich bei anderen Unternehmern in der Stadt umgehört, auch bei ihnen sei der Mitgliedsbeitrag angestiegen.

Die Handwerkskammer verweist darauf, dass die Mehrheit ihre Mitglieder - genau 58 Prozent - von der neuen Beitragsordnung profitierten, weil sie nur die Grundbeiträge zahlen müssten. Diese seien von 180 auf 168 beziehungsweise von 540 auf 504 Euro gesenkt worden.

Bei 42 Prozent der Mitglieder werden allerdings Zusatzbeiträge fällig, da ihre Gewinne im Bemessungsjahr 2009 über einer festgelegten Grenze lagen. Der bisher geltende Freibetrag wurde deutlich von 24 500 auf 11 000 Euro herabgesetzt. So erklärt es sich, dass nun auch Olaf Klopsch Zusatzbeiträge und insgesamt einen wesentlich höheren Mitgliedsbeitrag entrichten muss.

Auch der Cottbuser Malermeister Willi Pech muss für seine Kammermitgliedschaft nun etwa das Doppelte des früheren Beitrages bezahlen. "Das ärgert mich, aber überweisen werde ich wohl. An dem Beschluss der Vollversammlung ist schwer zu rütteln", sagt er. Was ihn fuchst, ist, dass der Beitrag automatisch für alle fällig wird, die in der Handwerksrolle eingetragen sind. "Es ist eine Zwangsmitgliedschaft. Und für unsere Beiträge bekommen wir kaum etwas zurück. In den 32 Jahren meiner Selbstständigkeit hatte ich von meiner Mitgliedschaft noch nichts", sagt der Cottbuser Handwerksmeister.

Die Handwerkskammer verweist auf ihr umfangreiches Beratungsangebot wie etwa zu rechtlichen Fragen oder zur Betriebsübergabe. Diese Beratungen seien nahezu alle kostenfrei. Darüber hinaus biete die Kammer kostenfreie Workshops und Weiterbildungen an. Auf der Internetseite der Handwerkskammer könnten sich Interessierte unter www.hwk-cottbus.de über das Serviceangebot für Mitglieder informieren.

Olaf Klopsch aus Drebkau hält die Höhe seines Beitrags dennoch nicht für gerechtfertig. "Am 10. April sind die Beiträge fällig. Ich werde nicht zahlen. Ich gehe in Berufung", kündigt er an.

Zum Thema:
Die Vollversammlung besteht aus gewählten Vertretern der Handwerksbetriebe und der Gesellen. Zuvor hatten sich der Handwerkskammer-Vorstand und der Rechnungsprüfungsausschuss der HWK Cottbus mit der Beitragsänderung befasst. Die Handwerkskammer begründet die Veränderung der Beitragsordnung unter anderem damit, dass sie an ihren Standorten in Cottbus und Großräschen mit steigenden Energie- und Rohstoffpreisen zu kämpfen habe. Zudem seien die Eigenanteile in Förderprogrammen in den vergangenen Jahren gestiegen.