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| 16:23 Uhr

Aktuelle Daten aus Cottbus und dem Spree-Neiße-Kreis
Unfallrisiko steigt mit dem Alter

 In die Statistik ging der schwere Verkehrsunfall ein, der sich im Oktober auf der Kreuzung zwischen Bahnhofstraße und Karl-Liebknecht-Straße in Cottbus ereignet hatte. Beteiligt waren ein Kleintransporter und ein PKW.
In die Statistik ging der schwere Verkehrsunfall ein, der sich im Oktober auf der Kreuzung zwischen Bahnhofstraße und Karl-Liebknecht-Straße in Cottbus ereignet hatte. Beteiligt waren ein Kleintransporter und ein PKW. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Senioren unterliegen im Straßenverkehr dem größten Risiko. Das bestätigt die neue Polizeistatistik für Cottbus und Spree-Neiße. Von Rene Wappler

Senioren bilden die größte Gruppe unter Menschen, die Unfälle verursachen. Das geht aus der Statistik für das Jahr 2018 in Cottbus und dem Spree-Neiße-Kreis hervor. Allerdings warnt die Leiterin der Polizeiinspektion davor, Rentner deshalb grundsätzlich für schlechte Autofahrer zu halten. „Sie legen eher mehr und mehr Kilometer zurück“, sagte Bettina Groß am Dienstag, als sie gemeinsam mit anderen Fachleuten der Polizei die Statistik vorstellte. „Wer 15 000 Kilometer oder 20 000 Kilometer fährt, wird einfach mit größerer Wahrscheinlichkeit in einen Unfall verwickelt.“ So spiegeln die Daten nach den Worten von Bettina Groß den demografischen Wandel wider.

1022 Seniorenunfälle

Die Zahlen für das Jahr 2018 sehen so aus: 1022 Senioren ab einem Alter von 65 Jahren lösten in Cottbus oder dem Spree-Neiße-Kreis einen Verkehrsunfall aus, hingegen nur 346 junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren. Dazu erklärt Bettina Groß: „Die Gesamtzahl der Unfälle reduziert sich bei jungen Leuten.“ Diese Tendenz sei seit vielen Jahren zu beobachten. Dazu trage vermutlich der Führerschein ab 17 Jahren bei. Denn diese Zeit des begleiteten Fahrens sorge dafür, dass Jugendliche schon erste Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln.

Insgesamt sank die Zahl der Unfälle in Cottbus und dem Spree-Neiße-Kreis ebenso wie der Anteil getöteter Personen im Straßenverkehr, wie aus der Statistik der Polizei hervorgeht. Vor allem in den Städten beobachten die Fachleute diesen Effekt. Einen Grund dafür sehen sie im langsameren Tempo, das innerorts gilt. Auf den Landstraßen hingegen fahren viele Autos schneller, als es die Vorschrift erlaubt.

So registrierten die Polizeibeamten im Jahr 2018 genau 6146 Unfälle, was einem Rückgang gegenüber dem Jahr 2017 um 513 Unfälle entspricht. 736 Personen wurden dabei verletzt. Neun Menschen starben, drei weniger als im Jahr 2017.

Mehr Wildunfälle

Auch die Zahl der Wildunfälle nahm deutlich ab. Bettina Groß von der Polizei sagt: „Vielleicht hängt das ebenfalls mit der reduzierten Geschwindigkeit zusammen, die seitens der Straßenverkehrsbehörde auf vielen Strecken angeordnet wurde.“ Trotzdem plädieren die Fachleute dafür, stets genau abzuwägen, wo ein Tempolimit sinnvoll erscheint. Zur aktuellen Diskussion um die zulässige Geschwindigkeit auf Autobahnen erklärt die Pressesprecherin der Polizei in Cottbus, Ines Filohn: „Uns ist wichtig, dass Lastkraftwagen das Überhoiverbot einhalten, wenn es angeordnet ist.“ Denn die „Elefantenrennen“, wie sie die langwierigen Überholmänöver dieser Fahrzeuge bezeichnet, seien durchaus gefährlich, ebenso wie ein zu knapper Abstand.

Turbokreisel bleibt Unfallschwerpunkte

Zu den Unfallschwerpunkten in Cottbus zählen der Stadtring an der Kreuzung zur Straße der Jugend, der Turbokreisel im Norden der Stadt und die Ecke zwischen Nordring und Gerhart-Hauptmann-Straße. Nach Angaben der Polizeichefin gefährden auch viele Radfahrer den Straßenverkehr, indem sie die falsche Fahrbahnseite nutzen. Dieses Problem offenbare sich regelmäßig am Bahnhofsberg. Trotzdem herrschen in Cottbus noch lange keine „Berliner Verhältnisse“, wie Bettina Groß anmerkt. In der Bundeshauptstadt legen die Beamten laut dem Stab des Polizeipräsidenten inzwischen „ein Hauptaugenmerk auf die Risikogruppe der Radfahrer“, zumal ihr Anteil am Straßenverkehr weiter steigen wird.

Mehr betrunkene Autofahrer

 Den Polizeibeamten in Cottbus und dem Spree-Neiße-Kreis bereiten betrunkene Autofahrer Sorgen. Denn die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss wuchs entgegen dem allgemeinen Trend. Die Statistik offenbart eine Zunahme von 81 Unfällen im Jahr 2017 auf 86 Unfälle im Jahr 2018. Die Leiterin der Polizeiinspektion sagt: „Wir erwischen relativ viele Personen im Straßenverkehr, die Drogen konsumiert haben.“

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